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Vertrauliche Bewerberdaten landeten in der Stadt Overath im Internet.

Bewerberdaten in Overath online gestellt

16.08.18 10:31

Datenpanne: Kämmerei-Bewerber fordert Schadensersatz

Von Ariane Mohl

Vertrauliche Bewerberdaten landeten in der Stadt Overath für jedermann einsehbar im Internet. Einer der Interessenten für den Kämmererposten fordert nun Schadensersatz. Doch die Stadt beteuert, keinerlei Schuld an der peinlichen Datenpanne zu haben.

Eine Datenpanne bei der Suche nach einem Nachfolger für die ehemalige Kämmerin Cordula Ahlers könnte die Stadt Overath teuer zu stehen kommen. Wie ein Sprecher der Stadt auf DNK-Nachfrage bestätigte, fordert einer der zehn Bewerber für den Posten Schadensersatz. Grund ist ein Datenleck, dessen Ursache nach Angaben der Stadt nach wie vor nicht eindeutig geklärt werden konnte.

 

Klar ist bislang nur, dass die eigentlich vertraulichen Unterlagen der Interessenten für die Kämmererstelle zeitweilig über das elektronische Ratsinformationssystem von der Allgemeinheit eingesehen werden konnten. „Wir haben die Dateien natürlich sofort aus dem Netz genommen, nachdem wir den Fehler bemerkt haben“, heißt es von Seiten der Stadt. Schließlich handele es sich um hochsensible Daten, die nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt gewesen seien.

 

Dass ein Mitarbeiter die Bewerbungsunterlagen versehentlich online gestellt habe, sei nahezu ausgeschlossen. „Bei uns gilt das Mehraugenprinzip. Wir gehen davon aus, dass ein Softwarefehler zu der Datenpanne geführt hat“, sagt der Stadtsprecher. Schließlich habe das Ratsinformationssystem, das in Overath im Einsatz sei, bei einem Sicherheitstest alles andere als gut abgeschnitten. Davon habe die Verwaltung allerdings erst nach der aktuellen Datenpanne erfahren, betont die Stadt.

 

Ob Overath tatsächlich für das Datenleck finanziell geradestehen muss, ist noch unklar. Die Verwaltung hat einen Anwalt eingeschaltet. Auch mit der Landesdatenschutzbeauftragten stehe man in Kontakt. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Panne aufzuklären“, beteuert die Stadt. 

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de