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30.09.19
Prozessmanagement & IT

Deutsche haben Nachholbedarf bei der digitalen Teilhabe

Menschen in Deutschland sind offenbar eher pessimistisch wenn es um das Thema Digitalisierung geht. Viele verbinden Sorgen um Datensicherheit oder die Angst vor Arbeitslosigkeit mit ihr, zeigt eine Studie. Dennoch wünschen sich nur die wenigsten eine analoge Welt.

In Deutschland stehen etwa 20 Millionen Menschen ab 16 Jahren der Digitalisierung skeptisch bis ablehnend gegenüber. Das zeigt eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Bitkom Research zur digitalen Teilhabe anlässlich des Digitaltags 2020.

Auf die offene Frage nach spontanen Assoziationen zum Begriff Digitalisierung gaben der Studie zufolge mehr als ein Viertel der gut 1.000 Befragten Vorbehalte beziehungsweise Bedenken an. Genannt wurden unter anderem Sorgen um Datensicherheit, Cyber-Kriminalität und die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Dem stehen nur 11 Prozent gegenüber, die Vorteile herausstellen, etwa mehr Komfort im Alltag oder die Ersparnis von Wegen, Zeit und Kosten.

Jeder Achte lehnt zunehmende Technisierung ab

Fast die Hälfte der Befragten verbinden mit Digitalisierung technische Infrastruktur und Geräte wie Internet und Smartphone oder den Einzug digitaler Technologien in Alltagsgegenstände. Während zwar eine Zwei-Drittel-Mehrheit die Digitalisierung grundsätzlich als Chance bezeichnet, sehen fast ein Drittel in ihr eine Gefahr. Der Einzug digitaler Technologien in alle Lebensbereiche wird von einer großen Mehrheit (81 Prozent) als eher positiv bewertet, aber immerhin jeder Sechste (16 Prozent) sieht diese Entwicklung eher negativ. Jeder Achte sagt über sich selbst, die zunehmende Technisierung abzulehnen und neue technische Geräte oder digitale Dienstleistungen nur zu nutzen, wenn es sich gar nicht vermeiden lässt.

Die Untersuchung zeigt, dass Ältere die Digitalisierung besonders skeptisch sehen. Vier von zehn in der Altersgruppe 65 plus würden lieber in einer Welt ohne digitale Technologien leben. Bei den Jüngeren wünscht sich das nur jeder Achte.

Digitalisierung: Deutsche vergleichsweise pessimistisch

Diese Skepsis in Deutschland gegenüber der Digitalisierung zeigte bereits vor wenigen Monaten der Technik Radar von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Körber-Stiftung. Damals berichtete DNK über die im europäischen Vergleich wenig optimistische Einschätzung der Deutschen, wenn es um die Bewertung der Chancen der Digitalisierung geht. Laut des Technik Radar erwartet nur gut die Hälfte der Menschen in Deutschland einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf die Gesellschaft.

Dass diese Skepsis auch mit mangelnden Kenntnissen im Bereich der Digitalisierung zusammenhängt, zeigen ebenfalls die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach fehlt es besonders älteren Menschen ab 60 Jahren an digitaler Kompetenz. Der Untersuchung zufolge sind zehn Millionen Menschen bundesweit offline. In über 75 Prozent der Fälle handele es sich dabei um Bürger jenseits der 65 Jahre.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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