01.12.16
Prozessmanagement & IT

Digitale Stadt: Bitkom und DStGB starten Wettbewerb

Eine deutsche Stadt hat die Chance, ab dem Jahr 2018 Testlabor für das Thema Smart City zu werden. Zahlreiche große Unternehmen wollen sich engagieren, Bitkom spricht von „Investitionen“ in zweistelliger Millionenhöhe.

Der Digitalverband Bitkom startet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) den Wettbewerb „Digitale Stadt“. Teilnehmen können Städte mit rund 100.000 bis 150.000 Einwohnern, die über eine gute Verkehrsanbindung sowie eine Hochschule in der näheren Umgebung verfügen. Die Gewinnerstadt soll ab Anfang 2018 in den Bereichen Verkehr, Energie, Gesundheit und Bildung mit den neusten digitalen Technologien ausgestattet werden. Auch die Verwaltung ist gefragt: Sie soll innovative Online-Anwendungen bereitstellen, die den Bürgern das Leben erleichtern und helfen, Kosten zu senken. Die am Wettbewerb beteiligten Unternehmen haben nach Bitkom-Angaben „Investitionen“ in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt.

 

Doch nicht nur die Gewinnerstadt soll von dem Wettbewerb profitieren. „Wir wollen zeigen, dass Deutschland ein Vorreiter bei der intelligenten, digitalen Stadtentwicklung sein kann“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder zum Start des Wettbewerbs. Ziel sei es, eine Modellstadt mit internationaler Strahlkraft zu schaffen.

 

DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg betonte, dass die Digitalisierung in vielen deutschen Kommunen noch in den Kinderschuhen stecke. „Mit dem Wettbewerb wollen wir verhindern, dass das Rad überall neu erfunden wird.“ Ziel sei es, an konkreten Beispielen zu zeigen, dass die Digitalisierung völlig neue Chancen für Bürger, Kommunen und den Standort Deutschland eröffne. „Wir hoffen auf die Bewerbung von Städten, in denen es eine breite Unterstützung für das Projekt gibt“, sagte Rohleder. Die Digitalisierung könne nur gelingen, wenn neben dem Oberbürgermeister und der Verwaltung auch die kommunalen Unternehmen, der Handel und die Wirtschaft dem Projekt Rückenwind geben.

Bei den meisten Bürgern dürften Bitkom und DStGB mit ihrer Digitalisierungsoffensive offene Türen einrennen: Eine von der Bitkom in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass bei den Bürgern ein hohes Interesse an digitalen Anwendungen von Kommunen besteht. 94 Prozent der Befragten wünschen sich eine intelligente Verkehrslenkung in Ballungszentren, 91 Prozent befürworten Parkplatzleitsysteme, 77 Prozent würden eine Smartphone-App nutzen, die die schnellste Route berechnet und zugleich die Buchung eines Tickets für den ÖPNV ermöglicht.

 

Eine große Nachfrage gibt es laut Umfrage auch bei den digitalen Verwaltungsleistungen. 83 Prozent erwarten, dass ihre Stadtverwaltung die Möglichkeit bietet, Behördengänge vollständig online abzuwickeln. 79 Prozent wollen ihr Kind über ein zentrales Onlineportal in der Kita oder der Schule anmelden können.

 

Weitere Informationen zum Wettbewerb sind unter www.digitalestadt.org abrufbar. Bewerbungen sind noch bis zum 15. März 2017 möglich.  

 

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de