07.06.17
Prozessmanagement & IT

Digitalisierung: Kommunen klagen über höhere Kosten

Eine aktuelle Studie belegt, dass Kommunen mit der Digitalisierung zunehmend unzufrieden sind. Es fehle an verbindlichen Standards. Zudem habe die Digitalisierung nicht etwa zu Kosteneinsparungen geführt, sondern die Haushalte im Gegenteil noch zusätzlich belastet.

Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland geht nur sehr langsam voran. Das belegt eine aktuelle Studie der Berliner Hertie School of Governance, über die die F.A.Z. berichtet. Rund 1.300 Behördenleiter von Bund, Ländern und Kommunen wurden zum Fortschritt der Digitalisierung befragt. Fast 60 Prozent sehen großen Handlungsbedarf in den Bereichen Digitalisierung und E-Goverment für die nächsten fünf Jahre. Eine stärkere Standardisierung und einheitliche Vorgaben sind die wesentlichsten Forderungen der Behördenleiter. Erstaunlich: Viele Befragte gaben an, dass durch die Digitalisierung keine Kosten eingespart wurden, sondern diese sogar noch zu höheren Ausgaben geführt habe.

 

Die Studie äußert sich auch zum aktuellen Stand der Digitalisierung in den Verwaltungen – mit ernüchterndem Ergebnis: Nur rund 20 Prozent der Behörden verfügen über eine digitale Personalverwaltung, gerade mal 23 Prozent arbeiten mit der E-Akte, nur 28 Prozent verfügen über eine Schnittstelle, die den elektronischen Informationsaustausch mit anderen Behörden ermöglicht.

 

Im vergangenen Jahr war der Normenkontrollrat, der sich für den Abbau von Bürokratie und eine Modernisierung der Verwaltung stark macht, zum Ergebnis gekommen, dass Deutschland bei der Digitalisierung im internationalen Vergleich nach wie vor hinterherhinkt. Obwohl viel Geld in die Digitalisierung investiert werde, komme die Digitalisierung nur schleppend voran.

 

melanie.weber(*)frankfurt-bm(.)com