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17.10.19
Prozessmanagement & IT

E-Government: Deutschland weiterhin abgeschlagen

Immer mehr Deutsche greifen auf Online-Angebote zurück. Doch im internationalen Vergleich bleibt Deutschland ein digitales Entwicklungsland, zeigt eine aktuelle Studie.

Auch wenn inzwischen immer mehr Bürger hierzulande digitale Verwaltungsangebote nutzen, liegt Deutschland nach wie vor weit abgeschlagen hinter Österreich und der Schweiz. Das ist eine der zentralen Aussagen der jährlichen Studie „E-Government-Monitor 2019“, die am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach greift in Deutschland fast jeder Zweite auf digitale Verwaltungsangebote zurück – ein Anstieg um 8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Österreich verzeichnet hingegen eine Nutzungsquote von 70 Prozent, in der Schweiz liegt sie bei 58 Prozent. Noch schlechter schneidet Deutschland ab, wenn man alle Mitgliedsstaaten der EU in den Blick nimmt: Im EU-Vergleich landet die Bundesrepublik auf Platz 24  und liegt damit weit unter dem EU-Durchschnitt.

Digitale Spaltung bleibt

Wie schon in den Jahren zuvor, deuten die Ergebnisse des E-Government-Monitors auf eine digitale Spaltung hin. So nutzen laut Studie 67 Prozent der Menschen mit hoher Bildung digitale Verwaltungsleistungen. Im mittleren Bildungsbereich sind es immerhin noch 59 Prozent. Bei den Menschen mit niedriger Bildung sind es dann nur noch 41 Prozent. „Es ist bedauerlich, dass wir hier keine Fortschritte oder übergreifenden Maßnahmen sehen. Gerade weniger Gebildete könnten von einem einfachen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen profitieren“, sagt Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, die den E-Government-Monitor verantwortet. „Wenn wir digitale staatliche Dienstleistungen allen Menschen zugänglich machen wollen, brauchen wir einfache Sprache, intuitive Bedienung und nachvollziehbaren Mehrwert, etwa durch proaktive Hinweise auf Fristen oder beantragbare Leistungen“, so Schwaderer weiter.

Viele Bürger würden sich ärgern, dass etliche Online-Angebote nicht vollständig durchdigitalisiert seien. Generell weist die Studie aber auf eine steigende Zufriedenheit mit den digitalen Verwaltungsleistungen hin. In Deutschland sind 60 Prozent mit den Angeboten der Verwaltung zufrieden, in Österreich 74 Prozent und in der Schweiz 73 Prozent (Anstieg jeweils um 2 Prozentpunkte).

Klaus Vitt, Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesinnenministerium, wies anlässlich der Vorstellung der Studie darauf hin, dass bis zum Jahr 2022 alle Verwaltungen ihre Dienstleistungen auch online anbieten werden. Durch die Einführung des „Once-Only-Prinzips“ werde man den Bürgern einen echten Mehrwert bieten können.

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de

 

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