Längst werden nicht mehr nur Konzerte und Kulturveranstaltungen im Livestream übertragen. Auch Kommunen bekommen durch die Coronakrise einen Digitalisierungsschub.

Stadt Kaiserslautern/KL.digital GmbH

29.04.20
Prozessmanagement & IT

„Instrumente wie die E-Akte müssen zur Norm werden“

Kommunen setzen auf digitale Lösungen, um der Coronakrise zu begegnen. Rechtsexperte Nicolas Sonder erwartet davon einen Schub für die Digitalisierung.

Kulturprogramme, die via Livestream übertragen werden. Einzelhändler einer Stadt, die ihre Onlineshops auf einer gemeinsamen Plattform bewerben. Eltern, die sich über die Schulaufgaben ihrer Kinder an einem digitalen Elternabend austauschen. Die Coronakrise und die damit einhergehenden Kontaktverbote geben der digitalen Transformation einen Schub – dies vor allem auch in Städten und Kommunen. Einerseits sind sie gefordert, für ihre Bürger kurzfristig digitale Lösungen und Plattformen wie die beschriebenen anzubieten. Gleichzeitig betrifft dies die eigene Organisation, um in der Krise Verwaltungsabläufe aufrechthalten zu können.

Dabei bewegten sich auch Kommunen bei der Bewältigung der Krise in einem „Spannungsfeld“, sagt Nicolas Sonder. Der Rechtsexperte ist Partner bei PwC Legal und leitet dort den Bereich „Digitalisierung im öffentlichen Sektor“. Einerseits offenbare die Coronakrise in Deutschland einen allgemeinen Digitalisierungsrückstand. Gleichzeitig müsse krisenbedingt kurzfristig gehandelt werden, und es gelte, die technologischen Möglichkeiten zu nutzen. Dies löse Handlungsnotwendigkeiten aus: Die Krise fördere die Digitalisierung und sorge mancherorts diesbezüglich sogar für einen Paradigmenwechsel.

Neue digitale Lösungen wirken über die Coronakrise hinaus

Denn digitale Lösungen ermöglichen es den Kommunen in der Krise, den Betrieb ihrer Verwaltung sicherzustellen. „IT-Infrastruktur, Prozesse, Organisation und Mitarbeiter müssen so im Einklang stehen, dass sowohl mobiles Arbeiten als auch ein Notfall- oder Schichtbetrieb in den Rathäusern gewährleistet sind“, erklärt Sonder. „Gleiches gilt selbstverständlich für alle Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge, also etwa auch für kommunale Tochtergesellschaften wie Stadtwerke.“ Darüber hinaus sollten digitale Lösungen und innovatives Datenmanagement dazu genutzt werden, um dem Infektionsgeschehen im städtischen Umfeld zu begegnen – etwa durch kommunale Covid-Apps oder technologiegestützte Gefahrenabwehrmaßnahmen. 

Sonder geht davon aus, dass die neuen digitalen Lösungen langfristig wirken. Dies betrifft auch die Arbeitswelten in Verwaltungen. „Vor allem die Flexibilität und Unabhängigkeit, die Digitalisierung bieten kann, gewinnt an Gewicht“, sagt Sonder. „Für Städte bedeutet dies: Instrumente wie die E-Akte, digitale Bürgerservices, Cloudlösungen und Datenplattformen müssen zur Norm werden. Die digitale Kommunikation ist für viele Menschen nun alltäglich, und diese Ansprüche werden sie auch an Verwaltungen herantragen.“  

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de

Weitere Informationen zum Thema gibt das Webinar „Wie Städte mit digitalen Lösungen dem Coronavirus begegnen – und worauf es bei der Digitalisierung nach der Krise ankommt“. Es wurde veranstaltet von den Fachzeitschriften „OBM – Zeitung für Oberbürgermeister/innen“ und „Der Neue Kämmerer“ sowie PwC Legal.

Ein Mitschnitt ist hier abrufbar:

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