21.09.16
Prozessmanagement & IT

Neue Behörden-Software wird zum Millionengrab

Ein neues IT-Programm sollte Hamburg und Schleswig-Holstein helfen, mehrere Millionen Euro zu sparen. Doch angesichts jahrelanger Verzögerungen und aus dem Ruder laufender Kosten entwickelt sich das Projekt zum Millionengrab. Aussteigen ist auch keine Option – das wäre noch teurer.

Eine neue Software, mit der die Daten Hunderttausender Verwaltungsmitarbeiter und Versorgungsempfänger gemanagt werden sollten, entpuppt sich in Hamburg und Schleswig-Holstein zunehmend als gigantische Fehlinvestition. Wie die SHZ berichtet, sollte das „integrierte Personalmanagement- und Informationssystem“ mit dem Namen Kopers in der Hansestadt bereits Ende 2012 laufen. Doch nun musste der Hamburger Senat einräumen, dass mit einem Start nicht vor dem Jahr 2021 zu rechnen sei. Deutlich nach oben korrigiert wurden auch die Projektkosten: Statt der ursprünglich veranschlagten 40 Millionen Euro ist nun insgesamt von 95 Millionen Euro die Rede.

 

Auch in Schleswig-Holstein macht die neue Behörden-Software Ärger. Bereits Mitte 2015 hatten sich die Kosten für die Einführung auf 36 Millionen Euro verdreifacht. Nach Einschätzung des Landesrechnungshofes ist das Ende der Fahnenstange damit noch nicht erreicht.

 

Der Hamburger Senat räumte in einer Stellungnahme ein, dass man die „Komplexität“ dieses Projekts systematisch unterschätzt habe. Zudem sei es ein Fehler gewesen, auf ein hinreichendes Qualitätsmanagement verzichtet zu haben.

 

Die Notbremse werden wohl weder die Stadt Hamburg noch das Land Schleswig-Holstein ziehen. Nach SHZ-Recherchen wäre ein sofortiger Ausstieg mit noch höheren Kosten verbunden.    

 

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de