Digitalisierung in Kommunen

27.02.17 10:33

Umfrage: Viele Kommunen sind nur schlecht auf die Digitalisierung vorbereitet

Von Ariane Mohl

Auf der kommunalen Ebene kommt die Digitalisierung nicht voran, zeigt eine aktuelle Umfrage. Die Befragten beklagen finanzielle und technische Hürden. Im ländlichen Raum scheitert es oft bereits am fehlenden Breitbandanschluss.

42 Prozent der deutschen Kommunen sind nur teilweise auf die mit der Digitalisierung verbundenen Veränderungen vorbereitet. Rund 20 Prozent fühlen sich sogar schlecht aufgestellt. 19 Prozent der Befragten sind sogar „gar nicht“ bis „eher nicht“ vorbereitet. Nur 38 Prozent schätzen ihre Kommune als „gut“ bis „sehr gut“ vorbereitet ein. Überraschend sehen sich neben den großen Kommunen die kleinen Gemeinden bis 3.000 Einwohner als „sehr gut vorbereitet“. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage, die der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zusammen mit der Universität Hohenheim durchgeführt hat.

 

53 Prozent der Befragten gaben an, aufgrund finanzieller (53 Prozent) und technischer (46 Prozent) Hürden bei der Digitalisierung noch nicht so weit zu sein, wie sie eigentlich sein wollen. Auch die mangelnde Anzahl an geschultem Personal spielt laut Umfrage eine große Rolle (43 Prozent). Viele Verwaltungsmitarbeiter werden von den Befragten als wenig computeraffin beschrieben, das mache eine Umstellung auf digitale Lösungen schwierig.

Ohne Breitbandanschluss keine Digitalisierung

In vielen Kommunen im ländlichen Raum fehlt es bereits an der Versorgung mit schnellem Internet. Laut Umfrage fühlen sich insbesondere kleine Gemeinden mit dieser Aufgabe überfordert. Einige sehen beim Breitbandausbau eindeutig Bund und Länder in der Pflicht. Überregionale Kompetenzstellen und externe Berater könnten den Kommunen auf ihrem Weg in die digitalen Zukunft helfen, lautet eine Forderung aus der Umfrage. „Ein unabhängiger und für die Kommunen kostenloser Smart-City-Planer könnte fair beraten, ein umfassendes Konzept erstellen und die effizientesten Lösungen finden und so die Kommune sukzessive in ihre Smart-City-Zukunft führen“, fordert VDI-Geschäftsführer Christian Kerkhoff.

 

Für die Umfrage wurden die Bürgermeister und Oberbürgermeister aller 11.083 deutschen Kommunen angeschrieben. Über 10 Prozent haben sich daran beteiligt.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de

 

Die mit der Digitalisierung verbundenen Herausforderungen für die Kommunen stehen auch auf dem Programm unserer kommenden beiden regionalen Kämmerertage.

 

Baden-Württembergischer Kämmerertag

 

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