Mit dem Förderprogramm Digitalpakt sollen die Schulen in Deutschland mit moderner Technik ausgerüstet werden.

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06.02.20
Prozessmanagement & IT

Umsetzung des Digitalpakts läuft nicht rund

Die Mittel aus dem Digitalpakt fließen nur zögerlich ab. Laut einer Umfrage unter Deutschlands Schulträgern hakt es bei Umsetzung. Bund, Länder und Kommunen sollten alles daransetzen, um dem Programm zum Erfolg zu verhelfen, fordert der DStGB.

Die Schulen in Deutschland sollen mit moderner digitaler Technik ausgerüstet werden. Doch das Geld aus dem Digitalpakt fließt nur langsam ab, wie eine deutschlandweite Umfrage zeigt, die das Nachrichtenportal „Focus Online“ zusammen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) durchgeführt hat.

Mit dem Digitalpakt will die Bundesregierung Investitionen von Kommunen und Ländern in Technik fördern. Dafür stehen seit Mai 2019 insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro zur Verfügung.

Von Ende November bis Ende Dezember haben 363 Schulträger, die 1.570 Schulen repräsentieren, an der Umfrage teilgenommen. Laut Focus Online wurden die Antworten nach dem tatsächlichen Anteil der Schulen des jeweiligen Bundeslandes an allen Schulen in Deutschland gewichtet. Bis auf Hamburg haben alle Bundesländer und Stadtstaaten an der Umfrage teilgenommen.

Mehrheit der Schulträger noch ohne Antrag

Das Umfrageergebnis zeigt, dass 82 Prozent der Schulträger noch keine Mittel aus dem Digitalpakt beantragt haben, dies aber nachholen wollen. In vielen Bundesländern hätten die Träger zudem über Monate warten müssen, bis entsprechende Verwaltungsvorschriften erlassen worden seien, um Anträge stellen zu können, heißt es bei Focus Online. Schneller als der Durchschnitt sind der Umfrage zufolge die Schulträger in Bayern, Berlin und Bremen. Dort seien bereits überdurchschnittlich viele Anträge abgeschickt worden.

Doch es hapert nicht nur bei der Geschwindigkeit. So empfinden 44 Prozent der Befragten den Verwaltungsaufwand im Vergleich zu den Förderleistungen als „unangemessen hoch“. Nur ein gutes Fünftel erachtet ihn als „angemessen“. 65 Prozent der Befragten gaben der Umfrage zufolge an, dass die Hilfe des Landes bei der Umsetzung nicht ausreiche. Besonders groß sei der Ärger darüber in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.

Digitalpakt: Es hakt bei der Umsetzung

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Instandhaltung der digitalen Infrastruktur. So räumte mehr als jeder zweite Schulträger ein, dass er den IT-Support für die geförderten Projekte nicht gewährleisten könne. Knapp zwei Drittel könnten zudem die Folgekosten nicht decken und 69 Prozent hielten die Lehrer für nicht ausreichend vorbereitet.

„Die Umfrage zeigt einmal mehr, dass die Umsetzung des Digitalpaktes vielerorts noch in den Kinderschuhen steckt“, sagt DStGB-Chef Gerd Landsberg laut Focus Online. „Bund, Länder und Kommunen sollten jetzt gemeinsam alles daransetzen, die Digitalisierung in den Schulen voranzubringen und den wichtigen Digitalpakt am Ende doch noch zu einer Erfolgsgeschichte zu machen.“

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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