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21.11.19
Prozessmanagement & IT

Verwaltungen müssen über digitale Angebote sprechen

Viele Deutsche nehmen das digitale Angebot der öffentlichen Verwaltungen offenbar nicht richtig wahr. Behörden müssten daher besser informieren und selbstbewusster auftreten, legt eine aktuelle Studie nahe.

„Manche Behörden verkaufen ihre digitalen Angebote unter Wert“, sagt Ulf Glöckner, Experte für digitale Verwaltung bei Sopra Steria Consulting. „Viele offizielle Stellen könnten viel selbstbewusster auftreten.“ Zu diesem Ergebnis kommt das Digital Government Barometer 2019 des Beratungsunternehmens.

Die Studie fasst die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung von mehr als 6.000 Bürgern in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und Norwegen zusammen. Darunter 999 Bundesbürger. Die Teilnehmer wurden im September 2019 befragt.

Laut Studienergebnis möchten zwar 78 Prozent der Deutschen sämtliche wichtige Behördengänge gerne online oder mobil am Smartphone erledigen. Mehr als die Hälfte wünsche sich demnach Dokumente wie den Personalausweis online beantragen zu können. Jeder Dritte wolle seine steuerlichen Angelegenheiten über das Internet regeln. Allerdings bewerten die Studienteilnehmer bereits bestehende Angebote als schlecht. Viele empfinden der Studie zufolge die digitalen Dienste der Verwaltung als wenig fortschrittlich und schwierig zu bedienen.

Bürger nehmen digitale Verwaltung nicht wahr

Besonders schlecht schneiden Polizei und Justiz ab, wenn es darum geht, Gebühren zu bezahlen oder Anzeigen über das Internet zu erstatten. Nur ein gutes Viertel der Befragten ist damit zufrieden. Bessere Digitalzugänge wünschen sich die Deutschen auch bei der Arbeitssuche. Mit 28 Prozent liegt die Zufriedenheit auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie bei Justiz und Polizei.

Etwas besser sieht es der Studie zufolge in den Bereichen Gesundheit und sozialer Absicherung aus. Knapp 40 Prozent der Bürger zeigen sich hier zufrieden mit den digitalen Zugängen. Doch auch die Dienstleistungen der am besten bewerteten Bereiche Steuern und Beurkunden können kaum die Hälfte der Befragten überzeugen.

Das muss laut den Autoren der Studie allerdings nicht immer an einer schlechten Umsetzung seitens der Behörden liegen. Manche der Internetangebote würden die Bürger gar nicht richtig wahrnehmen. Fast die Hälfte stimme etwa der Aussage zu, dass über das Netz generell zu wenig erreicht werden kann. Die Studie empfiehlt den öffentlichen Verwaltungen daher, viel offensiver über digitale Angebote zu sprechen und die Bürger aktiver als bislang auf die Online-Dienste hinzuweisen.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

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