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20.11.18
Prozessmanagement & IT

Zwei von drei Bürgern finden ihre Kommune nicht digital

Das Thema „Smart City“ ist in aller Munde. Doch in der Wahrnehmung der Bürger ist die Digitalisierung noch lange nicht in ihren Wohnorten angekommen, zeigt eine aktuelle Umfrage.

64 Prozent der Bundesbürger finden „ihren“ Wohnort nicht digital. Lediglich 30 Prozent würden den Digitalisierungsgrad ihrer Kommune als „fortgeschritten“ beschreiben. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Nach Einschätzung der Befragten gibt es demnach vor allem in den Bereichen Wohnen (81 Prozent), Verwaltung (79 Prozent), Sicherheit (77 Prozent), Verkehr (74 Prozent) und Bildung (72 Prozent) noch viel Luft nach oben.

Digitalisierung als Chance

Eine breite Mehrheit der Bürger (79 Prozent) sieht laut Umfrage große Chancen in der Digitalisierung. Interessant: Die Befragten unterscheiden dabei zwischen Vorteilen für die Städte auf der einen und Vorteilen für den ländlichen Raum auf der anderen Seite. Mit Blick auf die Metropolen rechnen 74 Prozent der Befragten mit einer massiven Entlastung der Verwaltung infolge der Digitalisierung. 57 Prozent nehmen die Reduzierung der Verkehrsbelastung in den Blick, 47 Prozent die der Umweltbelastung.

Im ländlichen Raum spielt wiederum das Thema der Standortattraktivität eine zentrale Rolle. 59 Prozent der Befragten äußerten die Hoffnung, dass kleine Kommunen durch die Digitalisierung für Fachkräfte wie Ärzte interessanter werden könnten. 57 Prozent rechnen mit einer Verbesserung des ÖPNV-Angebots, 51 Prozent erwarten im Zuge der Digitalisierung gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land.

Bürger wollen sich beteiligen

Die Umfrage zeigt auch, dass nahezu alle Bürger (94 Prozent) stärker in Digitalisierungsprozesse eingebunden werden möchten. 74 Prozent wollen demnach online Vorschläge zur Verbesserung der Lebensqualität in ihrer Kommune einreichen können. 68 Prozent wünschen sich einen digitalen „Mängelmelder“. Eine Online-Beteiligung an Planungs- und Entscheidungsprozessen in Politik und Verwaltung befürworten 52 Prozent. Weitere 47 Prozent würden sich an Bürgerhaushalten beteiligen.

Groß ist auch der Wunsch, Verwaltungsdienstleistungen online abwickeln zu können. 66 Prozent würden sogar gerne online wählen gehen. Skepsis gibt es hingegen noch bei der Möglichkeit, Behörden den Zugriff auf die eigenen Daten zu ermöglichen. Lediglich 33 Prozent würden das erlauben.  

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de

 

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