Untreue-Prozess gegen Eisenberger Bürgermeister

04.05.16 15:10

Betrug und Untreue: Bürgermeister von Eisenberg zu Geldstrafe verurteilt

Von Ariane Mohl

Weil er über Jahre hinweg Reisekosten doppelt abgerechnet und private Reisen der Stadt in Rechnung gestellt hat, wurde der Bürgermeister von Eisenberg zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Richter kritisierten auch das mangelhafte Kontrollsystem der Stadt.

Ingo Lippert (SPD), der langjährige Bürgermeister der 11.400-Einwohner-Stadt Eisenberg in Thüringen, ist vom Landgericht Gera wegen Betrugs und Untreue zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.100 Euro verurteilt worden.

 

Lippert hat auf Kosten der Stadt mehrfach gemeinsam mit seiner Frau den Dresdner Semperopernball besucht und im großen Stil Buchbestellungen über die Stadtkasse abgewickelt. Die Richter sahen es zudem als erwiesen an, dass der Bürgermeister Reisekosten doppelt abgerechnet hat.

Das Gericht merkte nach Informationen der Ostthüringischen Zeitung in seiner Urteilsbegründung kritisch an, dass Lipperts Fehlverhalten nur möglich gewesen sei, weil es in Eisenberg über einen langen Zeitraum keine ausreichenden Kontrollen gegeben habe. Wären diese regelmäßig erfolgt, „dann wäre es nicht zu diesen Auswüchsen gekommen“.

 

Lippert wurde wegen der schweren Vorwürfe gegen ihn bereits Mitte 2015 vorläufig seines Amtes enthoben. Parallel läuft ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de