Aufarbeitung des WCCB-Skandals

22.10.15 14:36

Bonn: Verfahren gegen städtische Mitarbeiter eingestellt

Von Katharina Schlüter

Die strafrechtliche Aufarbeitung des Bonner WCCB-Skandals kommt langsam zu einem Ende: Das Landgericht Bonn hat das Verfahren gegen Ex-Gebäudemanager Friedhelm Naujoks und zwei weitere städtische Mitarbeiter gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

Friedhelm Naujoks kann aufatmen: Wie das Landgericht Bonn am Mittwoch mitteilte, wird das Strafverfahren gegen den ehemaligen städtischen Gebäudemanager sowie zwei weitere städtische Mitarbeiter gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Naujok muss insgesamt 15.000 Euro zahlen, die beiden Mitarbeiter 5.000 Euro.

 

Bei dem Verfahren ging es um die Frage, inwieweit die Angeklagten für bestimmte Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Bau des Bonner Kongresszentrums WCCB strafrechtlich verantwortlich sind. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Bonns entschied nun, dass eine Einstellung des Verfahrens gemäß § 153a Strafprozessordnung möglich sei.

 

Laut Anklage sollen die Beschuldigten zwischen November 2008 und Juli 2009 doppelt abgerechnete Rechnungen wider besseren Wissens bzw. ohne Prüfung freigegeben haben. Insgesamt soll die Stadt Bonn so unberechtigte Zahlungen in Höhe von 750.000 Euro geleistet haben.

 

Wie das Gericht in einer Pressemittelung erläuterte, werteten die Richter die persönliche Schuld der Angeklagten als eher gering. Die Tatvorwürfe seien von eher untergeordneter Bedeutung. Auch ein Eigeninteresse liege nicht vor.

 

Weiterhin strafrechtlich verantworten muss sich der ebenfalls angeklagten frühere WCCB-Bauchef Young-Ho Hong. Das Verfahren beginnt am 19. November.

 

k.schlueter@derneuekaemmerer.de