Schlammschlacht in Eschborn

08.01.15 15:24

Bürgermeister Geiger muss um Posten bangen

Von Katharina Schlüter

In der hessischen Stadt Eschborn beschäftigt derzeit eine Schlammschlacht die Politik und Presse. Im Zentrum stehen der derzeitige Bürgermeister Mathias Geiger sowie sein Vorgänger Wilhelm Speckhardt.

Der Bürgermeister der Stadt Eschborn, Mathias Geiger (FDP), ließ durch seinen Anwalt bestätigen, dass er in seiner vorherigen Funktion als Erster Stadtrat dienstliche Unterlagen, darunter Gewerbesteuerbescheide, im Rathaus fotografiert bzw. kopiert und diese dann an seinen damaligen Rechtsanwalt und früheren Ersten Stadtrat Michael Bauer weitergegeben hat. Bauer habe diese dann ohne Absprache mit Geiger an die Presse weitergegeben. Bauer bestreitet dies.

 

Michael Cyriax (CDU), Landrat des Main-Taunus-Kreises, leitete ein Disziplinarverfahren gegen Geiger ein. Gegenüber der F.A.Z. sagte er außerdem, dass er die Möglichkeit einer Suspendierung Geigers prüfe.

 

Geigers Rechtsanwalt Dr. Ulrich Endres begründete das Vorgehen seines Mandanten am Mittwoch in einem dem DNK vorliegenden Schreiben damit, dass Geiger „erhebliche Zweifel an der korrekten Handlungsweise und Administration“ des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Speckhardt (CDU) gekommen seien. Hintergrund waren laut dem Schreiben die Beauftragung des PR-Beraters Jürg Leizpiger und der Ankauf von Grundstücken „zu weit überhöhten Preisen“. Im November 2013 gewann Geiger die Stichwahl gegen Speckhardt und übernahm sein Amt im Februar 2014.


Gegen den ehemaligen Bürgermeister Speckhardt ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue. So soll er dem PR-Berater Leipziger 150.000 Euro jährlich ohne angemessene Gegenleistung gezahlt haben.