Setzt wegen der Coronakrise seine Stadionpacht aus: Fußballdrittligist 1. FC Kaiserslautern.

Andreas Erb

23.04.20
Recht & Steuern

Der FCK setzt die Stadionpacht aus

Der 1. FC Kaiserslautern kann aufgrund der Corona-Pandemie die Pacht für das Stadion nicht mehr aufbringen. Der Stadt droht ein sechsstelliger Betrag zu entgehen, OB Klaus Weichel reagiert verärgert.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Profisport belasten nun erstmals auch zusätzlich die Kommunen und deren Tochtergesellschaften. In Kaiserslautern setzt der Fußballdrittligist 1. FC Kaiserslautern seine Stadionpacht an die städtische Fritz-Walter-Stadion GmbH aus. 

Der FCK begründet dies mit der aufgrund der Coronakrise erzwungenen Saisonpause und entsprechenden Einnahmeausfällen. Bis Juni stellt er die Zahlungen ein. Insgesamt geht es um einen sechsstelligen Betrag. Die Jahrespacht liegt für die aktuelle Saison bei 425.000 Euro.

FCK-Vorstoß schockiert die Lokalpolitik

Dabei zeigen sich Lokalpolitiker insbesondere von der Art des Vorgehens schockiert. Kurz vor Ostern informierte der FCK die Stadiongesellschaft in einem Schreiben über das Aussetzen der Pacht. Oberbürgermeister und Finanzdezernent Klaus Weichel reagiert darauf verärgert: „Das ist ein unüblicher Weg der Kommunikation und lässt Zweifel an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit aufkommen.“ Er sei zuvor vom Verein nicht informiert worden. Unklar sei außerdem, ob der FCK die ausgesetzten Zahlungen später wieder ausgleichen wolle. Die Stadt prüft den Sachverhalt nun rechtlich. Auf Nachfrage äußert sich der Klub nicht.

Nach aufreibenden Debatten im Stadtrat hatte die Stadt Kaiserslautern dem Verein vor wenigen Wochen erst ein weiteres Zugeständnis in Sachen Stadionpacht gemacht. Die liegt eigentlich bei jährlich 3,2 Millionen Euro. Der FCK kann die Summe aber bereits seit Jahren nicht mehr aufbringen. Nach seinem Abstieg in die dritte Liga 2018 wurde sie zunächst auf 425.000 Euro zuzüglich diverser Bonuszahlungen reduziert.

Ab der kommenden Spielzeit 2020/21 ist sie für zwei Jahre auf 625.000 Euro herabgesetzt. Die Differenz in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro belastet den städtischen Haushalt. Denn damit ihre Stadiongesellschaft ihren laufenden Verpflichtungen nachkommen kann, muss die Stadt die Finanzlücke ausfüllen.

a.erb(*)derneuekaemmerer(.)de