Strafverfahren wegen Untreue und Geldwäsche

11.12.17 16:18

Fischach: Bewährungsstrafen für Ex-Kämmerer und Ehefrau

Von Sarah Nitsche

Über 200.000 Euro hat der ehemalige Kämmerer von Fischach aus der Gemeindekasse abgezweigt, seine Frau ging mit einem Teil des Geldes einkaufen. Nun wurde das Ehepaar in einem eintägigen Verfahren wegen Untreue bzw. Geldwäsche zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Das Amtsgericht Augsburg hat den ehemaligen Kämmerer der Gemeinde Fischach (Landkreis Augsburg) heute wegen gewerbsmäßiger Untreue zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Gericht sah es nach einem eintägigen Prozess als erwiesen an, dass der Angeklagte in seiner Funktion als Kassenleiter der schwäbischen Gemeinde über 200.000 Euro vom Gemeindekonto auf sein privates Konto abgezweigt hatte. Darüber hinaus hatte er Bargeld aus der Gemeindekasse genommen. Der Gesamtschaden für die Gemeindekasse war auf 236.000 Euro beziffert worden. Das Gericht setzte die Haftstrafe zur Bewährung aus und verhängte außerdem eine Geldauflage von 4.000 Euro, die der frühere Kämmerer an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss.

 

Ebenfalls angeklagt war die Ehefrau des Kämmerers, die 63.000 Euro der Gelder, die ihr Mann veruntreut hatte, für eigene Zwecke ausgegeben haben soll – unter anderem mittels Online-Bestellungen. Da sie nach Ansicht des Gerichts wusste, woher die Gelder stammten, wurde sie wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt, außerdem muss sie 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de