Staatsanwaltschaft klagt Schneidewind an

07.02.18 10:01

Homburger OB wegen Untreue angeklagt

Von Sarah Nitsche

Rüdiger Schneidewind wollte mit Hilfe einer Detektei einer vermeintlichen „Holzmafia“ auf die Schliche kommen – nun steht der Oberbürgermeister der Stadt Homburg selbst vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Untreue zulasten der Stadt vor.

Rüdiger Schneidewind (SPD), der amtierende Oberbürgermeister der Kreisstadt Homburg, muss sich vor Gericht wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat die entsprechende Anklage am 1. Februar erhoben. Schneidewind hatte nach Hinweisen von „dritten Personen“ eine Düsseldorfer Detektei damit beauftragt, städtische Mitarbeiter zu überwachen, um ihnen so Verstöße gegen Dienstpflichten nachzuweisen. Der Verdacht betraf Angestellte eines Bauhofs, die während ihrer Dienstzeit für private Auftraggeber Bäume in Staatsforst und Stadtwald gefällt haben und das Holz später verkauft haben sollen – die Rede war von einer mutmaßlichen „Holzmafia“. Der Verdacht entpuppte sich später als unbegründet.

 

Durch den Auftrag an die Detektei, der weder vom Vergaberecht noch von Zuständigkeitsvorschriften gedeckt gewesen sei, habe Schneidewind der Stadt Homburg einen Schaden von gut 100.000 Euro verursacht, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

 

Schneidewind ließ über seine Verteidiger bereits mitteilen, dass der Auftrag und die spätere Rechnungsfreigabe „Fehler“ gewesen seien, zudem habe er die Kosten für die Detektive unterschätzt. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung betonte Schneidewind, dass er mit der Beauftragung der Detektei lediglich die ihm gemeldeten Missstände habe aufklären wollen, um Schaden von der Stadt abzuwenden. Er entschuldige sich aufrichtig bei allen, „insbesondere bei denjenigen, für die die Beauftragung nicht der richtige Weg war“.

 

Homburg ist Kreisstadt des Saarpfalz-Kreises und hat rund 42.000 Einwohner.

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de