Das Landgericht Ingolstadt hat Alfred Lehmann, früherer OB der Stadt, zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

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24.10.19
Recht & Steuern

Ingolstadts Ex-OB Lehmann erhält Bewährungsstrafe

Der frühere Ingolstädter Oberbürgermeister Alfred Lehmann hat für seine fragwürdigen Immobiliendeals eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung erhalten. Zudem muss er einen sechsstelligen Betrag zurückzahlen.

Das Landgericht Ingolstadt hat den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt, Alfred Lehmann (CSU), wegen jeweils eines Falles der Vorteilsannahme und Bestechlichkeit zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das bestätigte eine Sprecherin des Gerichts gegenüber DNK.

Die Vollstreckung dieser Freiheitsstrafe sei zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit dauere drei Jahre, Bestandteil der Strafe ist zudem eine Geldauflage in Höhe von 12.000 Euro zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung.

Zugleich muss Lehmann etwas mehr als 383.000 Euro zurückzahlen. Dabei handelt es sich indes nicht um eine Strafe. Denn laut Gesetz darf etwas, dass durch eine Straftat erlangt oder in Ex-OB Lehmanns Fall erspart wurde, nicht behalten werden.

Alt-OB Alfred Lehmann mit spätem Geständnis

Der Prozess gegen Ingolstadts früheren OB läuft seit März dieses Jahres. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ab 2011 in mehreren Fällen beim Verkauf kommunaler Immobilien dafür gesorgt zu haben, dass bestimmte Käufer den Zuschlag erhielten. Im Gegenzug sollen diese dem damaligen Oberbürgermeister Studentenwohnungen zu Sonderkonditionen verkauft haben.

Der 69-Jährige hatte zunächst alle Vorwürfe abgestritten. Im September kam dann die Kehrtwende und der Ex-OB gab letztlich Fehler zu. Er habe Vorteile angenommen, die er nie hätte annehmen dürfen, zitiert ihn die „Süddeutsche Zeitung“. Zuvor hatte ihm Richter Jochen Bösl demnach signalisiert, dass Lehmann ohne ein Geständnis keine Aussicht auf die nun erfolgte Bewährungsstrafe habe.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de

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