Finanzskandal in Wenzenbach

01.07.16 10:22

Kämmerer wegen schwerer Untreue verurteilt

Von Ariane Mohl

Wegen schwerer Untreue ist der Kämmerer der Gemeinde von Wenzenbach zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Gemeinsam mit dem früheren Bürgermeister soll er die Gemeinde um 80.000 Euro betrogen haben.

Das Amtsgericht Regensburg hat den Kämmerer der Gemeinde Wenzenbach wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa muss er zusätzlich 10.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

 

Der Kämmerer räumte ein, dass er sich von der Gemeinde zu Unrecht 20.000 Euro Steuern bezahlen ließ, die für die Abgeltung von Urlaubstagen fällig waren.

Das Verfahren gegen den ehemaligen Bürgermeister geht weiter

Mit auf der Anklagebank: Josef Schmid (Freie Wähler), der ehemalige Bürgermeister von Wenzenbach. Dieser soll nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) veranlasst haben, dass dem Kämmerer die Rest-Urlaubstage ausbezahlt werden. Offenbar kamen auch andere Mitarbeiter der Gemeinde in den Genuss solcher unrechtmäßiger Ausgleichszahlungen. Ungereimtheiten gab es laut BR auch bei der Reisekostenabrechnung des ehemaligen Bürgermeisters.

 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Gemeinde insgesamt ein Schaden von 80.000 Euro entstanden sein. Während der Kämmerer zuletzt ein Teilgeständnis abgelegt hatte, beteuert der ehemalige Bürgermeister nach wie vor seine Unschuld. Das Verfahren gegen ihn wird fortgesetzt.

 

Wenzenbach hat rund 8.300 Einwohner und liegt im Landkreis Regensburg.   

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de