17.10.17
Recht & Steuern

Kämmerin entlassen: LRA fordert 300.000 Euro von Bürgermeister

Der Saale-Holzland-Kreis bittet den suspendierten Eisenberger Bürgermeister zur Kasse. Ingo Lippert (SPD) soll im Zusammenhang mit dem Rauswurf von Kämmerin Heike Herzig fast 300.000 Euro Schadensersatz zahlen.

 

Der Rauswurf der früheren Kämmerin könnte für den suspendierten Bürgermeister der Stadt Eisenberg (Thüringen), Ingo Lippert, teuer werden. Das Landratsamt des Saale-Holzland-Kreises fordert von dem SPD-Politiker fast 300.000 Euro Schadensersatz wegen „vorsätzlicher Dienstpflichtverletzungen“. Das berichtet das Portal Thüringen24.  

 

Lippert hatte die amtierende Kämmerin Heike Herzig im Mai 2012 von ihren Aufgaben entbunden. Herzig hatte daraufhin erfolgreich Kündigungsschutzklage erhoben. Schon während des laufenden Verfahrens hätte der Bürgermeister allerdings einen unbefristeten Nachfolger eingestellt. Die Lohnzahlungen für die frühere Kämmerin und ihren Nachfolger sowie Gerichts- und Anwaltskosten hätten der Stadt einen Schaden von etwas über 294.000 Euro verursacht, heißt es in dem Bericht. Lippert habe Einspruch gegen den Bescheid eingelegt.

 

Heike Herzig hatte seit dem Jahr 1990 für die Eisenberger Kämmerei gearbeitet. Als Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen des Bürgermeisters auftauchten, soll Herzig dem Vernehmen nach mit dem Rechnungsprüfungsamt des Kreises kooperiert haben – weshalb sie ihren Posten schließlich hätte räumen müssen.

 

Lippert ist seit Juni 2015 von seinem Amt suspendiert. Im Mai 2016 verurteilte ihn das Landgericht Gera unter anderem wegen Betrugs und Untreue zu einer Geldstrafe, das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Seit Juli dieses Jahres ist Lippert zudem wegen Subventionsbetrugs angeklagt. Ungeachtet der laufenden Verfahren möchte die SPD nach Informationen der lokalen Medien Lippert im kommenden Jahr erneut als Kandidat für die Bürgermeisterwahl aufstellen.

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de