Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe im Derivate-Prozess

25.10.17 13:04

Pforzheim: Haft für Ex-OB und ehemalige Kämmerin gefordert

Von Melanie Weber

Paukenschlag im Derivate-Prozess gegen die frühere Pforzheimer Bürgermeisterin Christel Augenstein und ihre Kämmerin Susanne Weishaar: Die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden Angeklagten mehrjährige Haftstrafen ohne Bewährung.

Zwei Jahre und sechs Monate Haft für die frühere Kämmerin Susanne Weishaar (parteilos), zwei Jahre und vier Monate für die Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) – jeweils ohne Bewährung: Die Staatsanwaltschaft hat im Strafverfahren wegen verlustreicher Zinswetten der Stadt Pforzheim auf harte Strafen für die beiden Angeklagten plädiert. Die Verteidigung zeigt sich überrascht über die Höhe des geforderten Strafmaßes. „Mit einem Antrag auf Freiheitsstrafe ohne Bewährung habe ich nicht gerechnet“, erklärte Eddo Compart, Verteidiger der früheren Kämmerin, dem Pforzheimer Kurier.

 

Weishaar und Augenstein müssen sich wegen hochspekulativer Zinswetten vor Gericht verantworten. Diese hatten der Stadt Pforzheim einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe beschert. Die Ex-Oberbürgermeisterin und ihre Kämmerin haben mit diesen Geschäften nach Auffassung der Staatsanwaltschaft den Tatbestand der schweren Untreue verwirklicht. Sie hätten die Risiken des Spekulationsgeschäfts bewusst in Kauf genommen.

 

Das Landgericht Mannheim hatte insgesamt 26 Termin für das Verfahren um die Swap-Geschäfte angesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich Anfang 2018 fallen. Mitte September hatte das Landgericht das Verfahren gegen den wegen Beihilfe zur Untreue angeklagten kommissarischen Kämmerer Konrad Weber eingestellt.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com