Korruptionsskandal in Regensburg

09.11.17 15:05

Regensburg: Weitere Festnahme im Skandal um OB Wolbergs

Von Melanie Weber

Im Zusammenhang mit der Regensburger Spendenaffäre sitzt ein weiterer Bauunternehmer in Untersuchungshaft. Er soll den suspendierten Oberbürgermeister Wolbergs bestochen haben. Der meldet sich mit einer Videobotschaft zu Wort und beharrt auf seiner Unschuld.

Im Zuge der Korruptionsaffäre in Regensburg wurde ein weiterer Bauunternehmer festgenommen. Dem Bauunternehmer wird Bestechung des suspendierten Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) in zwei Fällen und Vorteilsnahme in einem Fall vorgeworfen, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Von 2012 bis Mitte 2016 soll der Bauunternehmer rund 130.000 Euro an den von Wolbergs geführten SPD-Ortsverein Regensburg-Stadtsüden gespendet haben. Im Gegenzug habe Wolbergs zwei Bauvorhaben zugunsten des Bauunternehmers bei der Stadtverwaltung durchgesetzt. In einem weiteren Fall soll Wolbergs den Unternehmer bei der Vergabe eines früheren Kasernenareals bevorzugt haben. Hierfür habe der SPD-Ortsverein  rund 475.000 Euro Spendengelder zwischen 2011 und 2016 erhalten.

 

Bereits seit über einem Jahr sorgt der Regensburger für Schlagzeilen. Im Juli vergangenen Jahres wurde Wolbergs angeklagt. Ende Januar kam der Oberbürgermeister in Untersuchungshaft, wurde aber Ende Februar wieder entlassen. Am Dienstag meldete sich Wolbergs in einer Videobotschaft zu Wort und beteuerte erneut seine Unschuld. Zugleich kündigte er an, in sein Amt zurückkehren zu wollen.

 

melanie.weber@frankfurt-bm.com