Klage der Stadt Aachen wegen angeblicher Fehlberatung

27.04.17 12:09

Stadt Aachen scheitert mit Millionenklage gegen Beratungsunternehmen

Von Ariane Mohl

Die Stadt Aachen wollte Geld von Beratern, die in ihrem Auftrag die Finanzlage des angeschlagenen Traditionsclubs Alemannia Aachen überprüft haben. Doch das Landgericht Düsseldorf schmetterte die Klage ab. Die Stadt bleibt auf den Kosten für das Gutachten des Unternehmens sitzen.

Die Stadt Aachen ist am gestrigen Mittwoch mit ihrer millionenschweren Klage gegen die Beraterfirma Baker Tilly Roelfs gescheitert. Wie die Nachrichtenagentur dpa schreibt, hat das Düsseldorfer Landgericht die Klage der Kommune abgewiesen.

 

Hintergrund des Rechtsstreits ist der Neubau des 2009 eröffneten Aachener Tivoli-Stadions. Der Fußballverein Alemannia Aachen hatte sich mit dem Bau der Spielstätte finanziell übernommen. Die Stadt wollte dem in Finanznot geratenen Verein helfen und übernahm über die städtische Aachener Stadion Beteiligung GmbH ein Teildarlehen von knapp 19 Millionen Euro.

Alemannia Aachen: Versagen der Berater?

Begleitet wurde der Prozess von dem besagten Beratungsunternehmen. Es hatte von der Stadt Aachen den Auftrag erhalten, die finanzielle Situation des Fußballvereins unter die Lupe zu nehmen und zu beurteilen. Weil die Stadt nach Vorliegen der Ergebnisse den Eindruck hatte, dass die Berater nicht mit offenen Karten gespielt hatten, strengte sie eine Klage an.

 

Alemannia Aachen hat vor rund einem Monat Insolvenz angemeldet. Der Schritt ist nach Vereinsangaben "erforderlich geworden, nachdem trotz intensivster Bemühungen unter anderem die Verhandlungen mit einer Investorengruppe bis in die vergangene Woche ohne Erfolg geblieben waren". Damit steht bereits das zweite Insolvenzverfahren des Vereins nach 2012 bevor.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de