Prozess um Schadensersatz

14.01.16 17:58

Stadt Bonn soll Investor 687.000 Euro zahlen

Von Ariane Mohl

Dass die Stadt Bonn zum Schadensersatz an die früheren Eigentümer des ehemaligen Kino Metropol verpflichtet ist, steht bereits seit 2012 fest. Nun muss sie entscheiden, ob sie auf das Vergleichsangebot des Bonner Landgerichts eingeht.

Im millionenschweren Rechtsstreit um das ehemalige Bonner Kino Metropol hat die 1. Zivilkammer des Bonner Landgerichts einen Vergleich vorgeschlagen. Dies der Bonner Generalanzeiger am Donnerstag berichtet. Die Richter haben den Konfliktparteien vorgeschlagen, dass die Stadt Bonn die Metropol Immobilienmanagement GmbH mit rund 687.000 Euro entschädigt. Die Metropol hatte das ehemalige Kino 2005 für 3,1 Millionen Euro gekauft.

 

Die Investoren und die Stadt waren bereits ein Jahr nach dem Kauf des Gebäudes aneinandergeraten. Der Grund: Die Stadt hatte ein Veto gegen den geplanten Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes durch die neuen Eigentümer eingelegt. Das wollten die Investoren sich nicht bieten lassen. Sie klagten sich durch mehrere Instanzen und erhielten schließlich im November 2012 Recht: Das Kölner Oberlandesgericht stellte fest, dass die Stadt eine Amtspflichtverletzung begangen und damit rechtswidrig gehandelt habe. Das Metropol sei aufgrund diverser Umbauten bereits 2006 kein Denkmal mehr gewesen. Der Umbau des Kinos konnte durch die Blockadehaltung der Stadt Bonn erst im Jahr 2010abgeschlossen werden. Auf den durch die Verzögerung entstandenen Kosten wollen die Kläger nicht sitzen bleiben. Sie verlangen von der Stadt 2,4 Millionen Euro Entschädigung. Hinzu kommen 21.000 Euro Rechtsanwaltskosten.

Beide Parteien haben fünf Wochen Zeit, um sich zu dem Vergleichsangebot zu äußern. Kann keine gütliche Einigung erzielt werden, kommt auf die Richter viel Arbeit zu. Sie müssen die Forderungen der Investoren im Detail prüfen, um zu klären, bei welchen von den Klägern aufgeführten Posten tatsächlich ein Anspruch auf Entschädigung besteht. Nach Informationen des Bonner Generalanzeigers sei beispielsweise fraglich, ob man die Stadt dafür haftbar machen könne, dass eine der am Kauf beteiligten Firmen in Finanznot geraten sei.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de