Swap-Geschäfte der Stadt Pforzheim vor Gericht

13.09.17 15:26

Swap-Prozess: Verfahren gegen Kämmerer der Stadt Pforzheim eingestellt

Von Ariane Mohl

Hochriskante Zinswetten verursachten der Stadt Pforzheim einen Schaden in Millionenhöhe. Konrad Weber, kommissarischer Kämmerer der Stadt, musste sich deshalb wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur Untreue vor Gericht verantworten. Das Verfahren gegen ihn wurde nun eingestellt. Doch die juristische Aufarbeitung des Skandals ist noch lange nicht abgeschlossen.

Überraschende Wende im Derivate-Prozess: Das Verfahren gegen Konrad Weber (parteilos), den kommissarischen Kämmerer der Stadt Pforzheim, ist vom Mannheimer Landgericht am gestrigen Dienstag vorläufig eingestellt worden. Weber musste sich wegen möglicher Beihilfe zur Untreue vor Gericht verantworten. Wie eine Sprecherin des Gerichts bestätigte, muss Weber 9.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Der aktuelle Finanzchef der Stadt Pforzheim bleibt damit ohne Vorstrafe. 

 

Weber war vorgeworfen worden, in seiner Zeit als stellvertretender Kämmerer in die Swap-Geschäfte der Stadt Pforzheim verstrickt gewesen zu sein. Mit den Geschäften wollte die damalige Pforzheimer Finanzchefin Susanne Weishaar (parteilos) ursprünglich Schäden aus einem Swapvertrag mit der Deutschen Bank abwenden. Am Ende blieb die Stadt infolge der hochriskanten Zinswetten jedoch auf einem Schaden in Höhe von 56 Millionen Euro sitzen. Einen Teil des Geldes konnte sich die Stadt nach jahrelangen Verhandlungen mit den beteiligten Banken inzwischen zurückholen.

 

 

Der Prozess gegen Webers Mitangeklagte – Ex-Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP), die damalige Kämmerin Weishaar sowie zwei Mitarbeiter der US-Investmentbank J.P. Morgan – geht unterdessen weiter. Mit einem Urteil ist nicht vor Januar 2018 zu rechnen.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de