Hausverwalter plündert Konten

18.01.17 11:10

Untreue: Michendorf um Millionen betrogen

Von Anne-Kathrin Meves

Die Gemeinde Michendorf in Brandenburg will einen externen Prüfer beauftragen, um aufzuklären, warum sich ein privater Hausverwalter offenbar jahrelang am Geld der Kommune vergreifen konnte. Auch soll überprüft werden, ob es ein Fehlverhalten von Verwaltungsmitarbeitern gab.

Die brandenburgische Gemeinde Michendorf hat über Jahre hinweg rund 1,5 Millionen Euro durch den inzwischen insolventen Hausverwalter SRS verloren. Ein unabhängiger Prüfer soll nun untersuchen, wie es dazu kommen konnte, dass sich die private Hausverwaltung über Jahre hinweg offenbar unbemerkt am Geld der Gemeinde bedienen konnte, meldet die Märkische Allgemeine heute. Den Beschluss einen externen Prüfer zu beauftragen, will die Gemeindevertretung am 13. Februar fassen.

Die Kämmerei hatte laut Zeitungsbericht einen Schaden von 1,47 Millionen Euro ermittelt.  Dem kaufmännischen Geschäftsführer der SRS wird vorgeworfen, über Jahre hinweg Treuhandkonten, die für Kunden des Unternehmens geführt wurden, geplündert zu haben. Die Gemeinde ließ ihre kommunalen Wohnungen von der SRS verwalten und ist eine von zahlreichen Geschädigten.

Der Geschäftsführer soll sich von 2009 bis 2016 bedient haben. Durch einen unabhängigen Prüfer will die Gemeinde nun vor allem untersuchen, warum das über einen so langen Zeitraum nicht aufgefallen ist und ob und in welchem Umfang es ein Fehlverhalten von Verwaltungsmitarbeitern gab. Es geht der Gemeinde dabei auch darum, gegebenenfalls Haftungsansprüche geltend zu machen.

anne-kathrin.meves@frankfurt-bm.com