Ermittlungen wegen Verdachts auf Untreue

27.02.15 15:13

Vorwurf der Urkundenfälschung gegen Kämmerer

Von Marc-Fabian Körner

Wegen des Verdachts der Urkundenfälschung im Zuge einer Auflösung eines Pachtvertrags wird seit Donnerstag gegen den Kämmerer der Stadt Rendsburg ermittelt.

Dem Kämmerer der Schleswig-Holsteinischen Stadt Rendsburg, Herwig Schröder, wird Urkundenfälschung sowie Anstiftung zur Urkundenfälschung vorgeworfen. Nachdem Bürgermeister Pierre Gilgenast letzte Woche ein internes Prüfungsverfahren eingeleitet hatte, wird seit Donnerstag auch disziplinarrechtlich gegen den Kämmerer ermittelt. Dies berichtete die Schleswig-Holsteinische Landeszeitung am Freitag. Laut Medienberichten soll nun sogar die Staatsanwaltschaft Kiel wegen des Anfangsverdachts der Untreue ermitteln.


Der Vorwurf der Urkundenfälschung bezieht sich auf die Beendigung eines Pachtvertrags für ein städtisches Grundstück. Anwohner hatten die Ermittlungen angeregt. So soll Stadtkämmerer Schröder einem Pächter einen Auflösungsvertrag mit einer Datumsangabe vom 15. Juni 2012 zugeschickt haben. Als dieser den Vertrag an das Rathaus zurückschickte, versah die Poststelle den Brief mit einem Eingangsstempel vom November 2014. Daraufhin soll Schröder dem Pächter in einer Mail geantwortet haben: „Leider ist mit dem Vertrag ein Malheur passiert. Unsere Poststelle hat den Vertrag mit einem Eingangsstempel 24.11.2014 versehen. Das kommt bei einem Vertrag, der schon vor fast 2,5 Jahren geschlossen wurde, nicht so gut und würde Erklärungsbedarf auslösen.“ Der Pächter sollte den Vertrag erneut und diesmal an den Kämmerer persönlich schicken, um die Poststelle zu umgehen.


Oberbürgermeister Gilgenast, der ein Vertrauter des Kämmerers sein soll, verfügte inzwischen, dass Schröder sich bis zum Abschluss der Ermittlungen nicht mehr mit den betreffenden Akten befassen darf.