Im Fall des ehemaligen Wiesbadener Oberbürgermeisters Sven Gerich hat auch die Münchener Staatsanwaltschaft ermittelt.

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30.06.20
Recht & Steuern

Wiesbadens Ex-OB Sven Gerich in München verurteilt

Der ehemalige Oberbürgermeister von Wiesbaden ist wegen Vorteilsannahme verurteilt worden. Das Amtsgericht München hat einen Strafbefehl gegen Sven Gerich erlassen.

Das Amtsgericht München hat gegen den ehemaligen Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) einen Strafbefehl wegen Vorteilsannahme erlassen. Gerich wurde in insgesamt 12 Fällen zu einer Gesamtgeldstrafe in „deutlich 5-stelliger Höhe“ verurteilt, wie ein Sprecher des Gerichts auf Nachfrage von DNK bestätigte. Gerich gelte damit als vorbestraft. Der Strafbefehl sei rechtskräftig.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Gerich in seiner Funktion als Oberbürgermeister zwischen 2014 und 2017 Vorteile im Gesamtwert von mehr als 20.000 Euro angenommen hatte. Gerich hatte sich und seinen Ehemann laut Informationen des Amtsgerichts von dem Münchener Unternehmer Roland Kuffler in dessen Ferienvilla im südfranzösischen St. Tropez sowie in einem Münchener 5-Sterne-Hotel der Kuffler-Gruppe einladen lassen.

Staatsanwaltschaft Wiesbaden stellte Verfahren ein

Gerich war ebenfalls wegen des Verdachts der Vorteilsannahme ins Visier der Wiesbadener Staatsanwaltschaft geraten. Wie DNK berichtete, wurden die Ermittlungen jedoch im Oktober 2019 eingestellt. Es hatte sich in dem Fall kein hinreichender Tatverdacht ergeben. Als Reaktion auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hatte sich der damalige Oberbürgermeister aus der Politik zurückgezogen.

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