Eine PwC-Studie rechnet damit, dass dem öffentlichen Sektor bis 2030 eine Million Fachkräfte fehlen. Sie schlägt Maßnahmen gegen diesen Trend vor.

Bis 2030 fehlen dem öffentlichen Sektor mehr als eine Million Fachkräfte. Diese Prognose stellt eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC Deutschland auf. Die Studie „Fachkräftemangel im öffentlichen Sektor“ warnt eindringlich vor einer sich zuspitzenden Situation. „Im schlimmsten Fall kann das die Funktionstüchtigkeit des Staates einschränken oder gar dazu führen, dass der Staat manche seiner Kernaufgaben nicht mehr erfüllen kann“, heißt es in dem Papier. Gleichzeitig macht sie Vorschläge, wie der Personalnot entgegengewirkt werden kann.

Fachkräftemangel belastet Verwaltungen

Laut den PwC-Zahlen arbeiten im öffentlichen Sektor knapp sechs Millionen Fachkräfte. Die Studie zeichnet ein düsteres Bild: Bereits kurzfristig sei mit einer Zuspitzung der Personalnot zu rechnen. Bis 2025 wachse der Mangel auf über 765.000 Beschäftigte an. Derzeit betrage er „nur“ rund 450.000 fehlende Kräfte. Dabei gehe man allerdings von optimistischen Annahmen aus, heißt es in dem Papier. So unterstellten die Studienautoren beispielsweise, dass das Aufgabenvolumen konstant bleibe. Andere Einschätzungen, die die Rahmenbedingungen pessimistischer bewerteten, führten hingegen zu mehr als 1,6 Millionen fehlenden Fachkräften bis 2030.

Der sich abzeichnende Personalmangel sei schon jetzt für viele Verwaltungen ein ernstes Problem, das zukünftig an Brisanz gewinne. „Viele Positionen im öffentlichen Dienst lassen sich nicht mehr mit Fachkräften besetzen, und zwar auf allen Ebenen. Diese Lücke wächst von Jahr zu Jahr“, heißt es in dem Papier.

Empfehlungen zur Verringerung des Personalmangels

Daher gibt die Studie einige Handlungsempfehlungen. Diese will sie nicht als abgeschlossenes Maßnahmenbündel, sondern als Debattenanstoß verstanden wissen. Gleichwohl schätzt sie die mögliche Wirkung ihrer vorgeschlagenen Maßnahmen ab. Würden alle umgesetzt, ließe sich der Personalmangel auf eine Größenordnung „von gut 160.000 bis rund 500.000 Fachkräften“ reduzieren.

Die Handlungsempfehlungen gliedern sich in zwei strategische Stoßrichtungen. Die erste zielt darauf ab, das Personalangebot zu vergrößern. Dabei schlägt die Studie Maßnahmen und Strategien vor, die den Pool möglicher Kandidaten in Bewerbungsprozessen vergrößern. Dies könne etwa durch eine Flexibilisierung des Renteneintritts, eine unkompliziertere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt oder zielgerichtete Personalgewinnungskampagnen geschehen.

Die zweite zielt darauf ab, die Personalnachfrage im öffentlichen Sektor zu senken. Etwa könnten Verwaltungen ihren Personalbedarf reduzieren, indem sie schnell und konsequent Prozesse verschlanken und digitalisieren. Auch Kooperationen etwa mit der Privatwirtschaft könnten dazu beitragen, Personalengpässe im öffentlichen Sektor abzufedern.

Info

Die komplette Studie samt Handlungsempfehlungen ist online hier zu finden.

a.erb@derneuekaemmerer.de

 

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