Manipulierte Immobiliengeschäfte? Ingolstadts Ex-Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) steht wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht. Zum Prozessauftakt beteuerte er seine Unschuld.

Vor dem Landgericht Ingolstadt hat am gestrigen Donnerstag das Strafverfahren gegen den ehemaligen Ingolstädter Oberbürgermeister begonnen. Gemeinsam mit zwei weiteren Angeklagten muss sich Alfred Lehmann (CSU) wegen möglicher Bestechlichkeit und Untreue verantworten. Lehmann war von 2002 bis 2014 Verwaltungschef in Ingolstadt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat Lehmann ab 2011 in mehreren Fällen beim Verkauf kommunaler Immobilien dafür gesorgt, dass bestimmte Käufer den Zuschlag erhielten. Diese sollen dem damaligen OB dafür Studentenwohnungen zu Sonderkonditionen verkauft haben. Nach dpa-Informationen soll Lehmann sich auf diese Weise finanzielle Vorteile von gut 750.000 Euro verschafft haben, der Schaden für die öffentliche Hand wiederum liege im Millionenbereich.

Lehmann und ein Mitangeklagter nutzten den ersten Verhandlungstag, um eine Erklärung abzugeben, in der sie die „Rechtmäßigkeit sämtlicher vorgenommener Immobiliengeschäfte und Verträge“, teilte das Landgericht mit. Für das Verfahren sind insgesamt 16 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird voraussichtlich Mitte Mai fallen.

s.nitsche(*)derneuekaemmerer(.)de

Info

Mehr zu aktuellen Verfahren gegen kommunale Entscheider finden Sie auf der DNK-Themenseite Haftung.

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