Herr Jethon, Sie fordern eine Reform für die Finanzierung der Eingliederungshilfe. Wer trägt in Nordrhein-Westfalen aktuell die Kosten?
In Nordrhein-Westfalen wird die Eingliederungshilfe im Unterschied zur Mehrzahl der Flächenländer vollständig kommunal finanziert. Außerhalb des kommunalen Finanzausgleichs beteiligt das Land sich nicht an den Kosten. Die Folge ist, dass die NRW-Kommunen jährlich mehr als 6 Milliarden Euro für die Finanzierung der Eingliederungshilfe aufbringen müssen. Spätestens 2027 werden wir über 7 Milliarden Euro liegen, das ist ein Betrag, der fast die Hälfte der Schlüsselzuweisungen des Landes ausmachen wird. Finanzwirtschaftlich ist das ein Fass ohne Boden. Dass es in Deutschland einen Flickenteppich bei den Finanzierungsregelungen gibt, erschwert zudem eine Beteiligung des Bundes. Wenn der Bund da Geld in die Hand nehmen würde, würden die Kommunen bundesweit in sehr unterschiedlichem Umfang entlastet werden.
„In vielen Kommunen werden die Lichter ausgehen“
