Morgen erscheint die erste Ausgabe des Jahres 2026 von Der Neue Kämmerer. Der Leitartikel unter der Überschrift „Gute Ansätze, aber viele blinde Flecken“ wirft die Frage auf, ob die Sozialstaatsreform ihrem Namen gerecht wird. Denn viele Kostentreiber und die Finanzierung des Sozialstaats klammerte die Kommission in ihrem Papier aus. Zwar nahm sie zur Kenntnis, dass die Handlungsfähigkeit der Kommunen durch die steigenden Ausgaben im Bereich der Eingliederungshilfe, der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Hilfe zur Pflege akut gefährdet sei. Die Angst scheint jedoch berechtigt, dass am Ende die Kommunen doch auf den Kosten sitzen bleiben.
Passend dazu regt Gastautor Lars Martin Klieve, Stadtkämmerer a.D. und Vorstand der Stadtwerke Essen an, den übertragenen Wirkungskreis neu zu denken. In seinem Gastbeitrag plädiert er für eine konsequente Rückverlagerung staatlicher Aufgaben. Dies sei dringend notwendig, um die kommunale Selbstverwaltung zu retten. Klieve argumentiert, dass die Kommunen so Personal, Zeit und finanzielle Spielräume für ihre Kernaufgaben gewinnen könnten. Dazu zählt Klieve die Daseinsvorsorge, Stadtentwicklung, Infrastruktur, soziale Angebote und wirtschaftliche Entwicklung.
Freiburger Finanzbürgermeister als „Daddy in Chief“
Im großen DNK-Interview gibt der Freiburger Finanzbürgermeister und designierte „Daddy in Chief“ sehr persönliche Einblicke in seine Pläne für die Zeit nach dem Ende seiner beruflichen Laufbahn. Dabei blickt Stefan Breiter nicht nur voller Vorfreude nach vorne, sondern auch zurück auf eine ungewöhnliche Karriere vom Postboten zum Kämmerer.
Wie können sich Kommunen vor Cyberangriffen schützen?
„Veraltete Technik, zu wenig Fachpersonal, fehlende Notfallpläne“, so sieht die Realität in vielen Kommunen beim Thema IT-Sicherheit aus. Viele Städte und Gemeinden sind schlecht gegen Cyberangriffe gewappnet. Auf Seite Drei berichten betroffene Kommunen, welcher Schaden ihnen bereits durch Hacker entstanden ist und verraten auch, welche Schritte sie danach unternommen haben, um sich zu schützen. Sicher ist, öffentliche Verwaltungen stehen unter Dauerbeschuss, doch sie können sich vorbereiten.
Das ist ebenfalls ein Stichwort für den Finanzierungsausblick auf das Jahr 2026. Auch hier finden sich Kämmerinnen und Kämmerer in einer herausfordernden Lage wieder. Der Kapitalbedarf der Kommunen ist groß, gleichzeitig ist ihre Finanzlage beinahe flächendeckend desaströs. Dennoch sollten sie sich ihren Optimismus nicht abtrainieren lassen, wie es ein Gesprächspartner formuliert. Anleihen und Schuldscheine, wie kürzlich in Köln gesehen, können gerade für größere Städte eine Alternative zum klassischen Kommunalkredit sein. Andere Optionen können Mobilien- und Immobilienleasing sowie ÖPP-Modelle oder auch Crowdfundig sein. Weitere gelungene Beispiele für alternative Finanzierungen liefern im Ressort Beteiligungen beispielsweise die Stadtwerke Esslingen, die mit Genussrechten den Ausbau ihres Fernwärmenetzwerkes finanzieren.
„Klein anfangen, groß denken“ lautet passenderweise die Überschrift für ein Interview mit Matthias Berg vom Fraunhofer-Institut. Der Forscher erklärt, in welchen Bereichen digitale Zwillinge Mehrwert schaffen und wie Städte und Gemeinden sich dem Thema nähern sollten.
Kämmerin der Stadt Recklinghausen mit neuer Rolle
Im Ressort Recht schließt sich eine Reise durch Deutschland an, beziehungsweise durch die Bundesländer, die das Hebesatzsplitting bei der Grundsteuer ermöglicht haben. Ausgangspunkt für die Tour war ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen, das die Grundsteuersatzungen von vier Städten beanstandet hat, die höhere Hebesätze für Nichtwohnimmobilien festgesetzt haben. Der Artikel zeigt auf, welche Konsequenzen die Kommunen aus dem Urteil ziehen.
Im Netzwerk zeigt sich Silke Ehrbar-Wulfen einmal in einer ganz anderen Rolle. Lernen Sie hier nicht nur die noch recht neue Stadtkämmerin von Recklinghausen kennen, sondern auch „ihre“ Oma Ella. Nicht nur Ella beweist, dass auch schwierige Themen ganz einfach erklärt und vielleicht sogar gelöst werden können.
In diesem Sinne wünscht Ihnen die Redaktion viele neue Inspirationen für die Arbeit in Ihrer Kommune!
Info
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Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.

