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05.12.18
Beteiligungsmanagement

Kommunalen Wohnungsunternehmen droht Pleite

Eine Reihe von kommunalen Wohnungsgesellschaften steht in Mecklenburg-Vorpommern praktisch vor der Pleite, warnt der Landesrechnungshof. Ohne die Hilfe ihrer Kommunen werden viele die Trendwende nicht schaffen – aber diese sind teils selbst in finanziell schwierigem Fahrwasser.

Vielen kommunalen Wohnungsgesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern steht das Wasser bis zum Hals. Besonders im ländlichen Raum sei die Situation bedrohlich, konstatiert der Landesrechnungshof in seinem Kommunalfinanzbericht, der zum zweiten Mal nach 2014 einen Sonderbericht für die kommunale Wohnungsbauwirtschaft einschließt.

„Mindestens vier der jetzt betrachteten 33 Unternehmen waren zum Zeitpunkt der Prüfung von bestandsgefährdenden Risiken bedroht. Für weitere zwölf Unternehmen könnte sich die wirtschaftliche Lage mittelfristig bedenklich verschlechtern“, warnen die Rechnungsprüfer. Sie haben die kommunalen Unternehmen nach den Risikofaktoren Leerstandsquote, Verschuldungsgrad, Verschuldung pro Wohn- und Nutzfläche und Kapitaldienst an den Mieterlösen bewertet und Punkte für die Ausprägung der einzelnen Faktoren vergeben.

Viel Leerstand durch Bevölkerungsrückgang

Der Unterschied zwischen ländlichem und städtischem Raum zeigt sich demnach vor allem bei der Leerstandsquote. Während sie in den Städten unter 2 Prozent liege, stünde in ländlichen Gebieten mitunter fast jede dritte Wohnung leer. Laut Rechnungshof gilt bereits ein Wert von 10 Prozent als riskant – diesen erfüllen 17 der 33 Wohnungsgesellschaften. Einer der Hauptgründe: Auf dem Land schrumpft die Bevölkerung teils dramatisch. Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte dürfte im Zeitraum vom Zensus 2011 bis 2020 mehr als 8 Prozent seiner Bevölkerung verlieren. Auch den Kreisen Vorpommern-Rügen und Rostock sagen die Demographen eine beachtliche Schrumpfung von -4,2  bzw. -3,85 Prozent voraus.

Die „strukturellen Leerstände“ könnten nur beseitigt werden, wenn die Kommunen als Gesellschafter ihre Wohnungsunternehmen finanziell „erheblich“ unterstützen würden, bilanziert der Rechnungshof – und relativiert im gleichen Atemzug die Erfolgsaussichten dieses Vorschlags, verfügen die Kommunen doch „aus Sicht des Landesrechnungshofes nicht durchgängig über die dafür nötige Finanzkraft.“

s.nitsche(*)derneuekaemmerer(.)de