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26.06.19
Haushalt

Schrumpfende Kommunen: Studie empfiehlt Abriss

Insbesondere ostdeutsche Kommunen haben mit Leerstand zu kämpfen. Eine aktuelle Studie kommt zum Ergebnis, dass mitunter gezielter Abriss die beste Lösung sei, um die Kosten zu senken. Zugleich soll an anderer Stelle kräftig investiert werden.

Kommunen, die mit hohen Wohnungsleerständen zu kämpfen haben, sollten stärker über einen gezielten Abriss nachdenken. Das empfiehlt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in seinem aktuellen Wohnungsmarkt-Report. Eine nachhaltige Siedlungspolitik sei der wichtigste Lösungsansatz, um Leerstand zu bekämpfen oder gar nicht erst entstehen zu lassen, heißt es in dem Papier. Grundsätzlich müsse bei diesem wichtigen strategischen Thema der Grundsatz „Umbau vor Neubau“ gelten. Weitere Erfolgsfaktoren seien interkommunale Kooperationen sowie eine abgestimmte überörtliche Planung.  

Zudem empfehlen die Autoren der Studie betroffenen Kommunen neues Bauland nur restriktiv auszuweisen und die Innenentwicklung gezielt anzuregen. „Dabei ist es wichtig festzuhalten, dass Investitionen auch in schrumpfenden Räumen ausdrücklich erwünscht sind, um Perspektiven für die verbleibende Bevölkerung zu erhalten. Um Leerstand zu vermeiden, müssen aber die Investitionen in den Bestand gelenkt werden.“

Leerstand ist teuer

Leerstände verursachen laut Studie hohe ökonomische und gesellschaftliche Kosten. Die Wohnungsmärkte verlieren an Attraktivität, zugleich würden die Infrastrukturkosten pro Haushalt zum Teil deutlich steigen.

Laut der IW-Analyse ist der Leerstand durch die stark unterschiedlichen Entwicklungen von Regionen mit schrumpfenden und steigenden Bevölkerungszahlen in den letzten Jahren auf insgesamt 1,94 Millionen Wohnungen gestiegen – eine Leerstandsquote von 4,7 Prozent.

Besonders Ostdeutschland ist demnach von Leerstand betroffen. In 40 von 77 Landkreisen machen die Autoren der Studie Leerstandquoten von über zehn Prozent aus. Die Stadt Dessau-Roßlau hat mit einer Leerstandsquote von 17,2 Prozent zu kämpfen.  

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de