Staatsanwaltschaft prüft Verdacht der Untreue

13.06.18 11:37

Hannover: Nun auch Ermittlungen gegen OB Schostok

Von Sarah Nitsche

Der Druck auf Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) wächst. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen ihn persönlich wegen des Verdachts der Untreue.

In der Hannoveraner „Rathaus-Affäre“ ist nun auch Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) persönlich in das Visier der Ermittler geraten. Am Dienstag hat die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue sowohl Büroräume von Schostok als auch seine Privatwohnung durchsucht. Schostok bestätigte die Vorgänge in einer Mitteilung. „Ich habe erbetene Unterlagen und Mailverkehr bereitwillig herausgegeben und meine uneingeschränkte Kooperationsbereitschaft erklärt“, so der Oberbürgermeister. Er sei sicher, dass sich die Verdachtsmomente gegen ihn als „unzutreffend“ erweisen würden.

 

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits Ermittlungen gegen Kulturdezernent Harald Härke sowie Schostoks Büroleiter Frank Herbert aufgenommen. Den Anstoß hatten möglicherweise rechtswidrige Gehaltszulagen für Herbert gegeben. Die Vorgänge sollen durch Härke, damals zugleich noch Personaldezernent, an die Öffentlichkeit gelangt sein. Dass die Zulage zu hoch und damit rechtswidrig sein könnte, sollen sowohl Härke als auch Herbert gewusst haben. Gegen beide laufen deshalb Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue, gegen Härke zusätzlich wegen mutmaßlichen Geheimnisverrats.

 

s.nitsche@derneuekaemmerer.de