Hanau: Bieri folgt Kaminsky als Kämmerer und OB

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Seit der Oberbürgermeisterwahl Ende März steht Maximilian Bieri als Nachfolger von Claus Kaminsky fest. Nun hat der langjährige Oberbürgermeister und Kämmerer in einem ersten Schritt die Verantwortung für die Stadtkämmerei an Bieri übergeben, wie die Stadt meldet. Zum 1. Oktober übernimmt Bieri auch die Amtsgeschäfte des Oberbürgermeisters.

Seit 2018 ohne Kassenkredite

„Wir gestalten einen sehr geordneten, beinahe ruhigen Übergang. Ruhig allerdings nicht in der Sache, denn die Herausforderungen für die kommenden Jahre sind immens“, sagt Kaminsky mit Blick auf die finanziellen Rahmenbedingungen der Kommunen. Die Finanzierung kommunaler Aufgaben müsse sich stärker daran orientieren, welche Leistungen Städte tatsächlich erbringen und welche Pflichtaufgaben ihnen übertragen würden, fordert der scheidende OB. Zugleich verweist Kaminsky auf die dennoch „solide Ausgangslage“ der Stadt, die offiziellen Angaben zufolge seit 2018 ohne Kassenkredite auskommt.

Mit Kaminsky tritt Hessens dienstältester Oberbürgermeister ab. Seit 2003 steht er an der Spitze der Stadt, die Verantwortung für die Finanzen hatte er bereits 1995 übernommen. In seine Amtszeit fällt nicht nur die Haushaltskonsolidierung der Stadt. Mit mehreren Projekten sorgte die Stadt auch überregional für Aufmerksamkeit – zuletzt etwa mit dem Erwerb der Kaufhof-Immobilie und der Auskreisung der Stadt aus dem Main-Kinzig-Kreis, mit der die Kommune bundesweit einen Präzedenzfall geschaffen hat.

„Schon bisher in der Verantwortung“

Der neue Kämmerer und künftige Oberbürgermeister hat bei diesen Projekten bereits mit am Tisch gesessen. Der 36-jährige Bieri ist seit 2023 Bürgermeister der Stadt; zuvor gehörte er ab 2018 der Stadtverordnetenversammlung an und führte die SPD-Fraktion. „Ich habe mich auch bisher schon in der Verantwortung gesehen: als Bürgermeister und insbesondere auch als Vertreter des Oberbürgermeisters“, sagt der promovierte Mathematiker mit Blick auf seine neue Funktion.

Zu seinen zentralen Aufgaben zählt Bieri den Erhalt des städtischen Anlagevermögens, das sich mittlerweile auf 1,7 Milliarden Euro beläuft. Zudem will er dafür sorgen, dass die Stadt ihre Ausgaben auch künftig aus den verfügbaren Einnahmen finanzieren kann. Schon beim anstehenden Doppelhaushalt 2027/2028 dürfte das allerdings schwierige Entscheidungen erfordern, erwartet Bieri.

s.doebeling@derneuekaemmerer.de

Dr. Sarah Döbeling

Dr. Sarah Döbeling ist gemeinsam mit Vanessa Wilke Chefredakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Sarah Döbeling hat Rechtswissenschaften in Kiel studiert und zu einem konzernrechtlichen Thema promoviert. Im Anschluss an ihr Volontariat bei der F.A.Z. BUSINESS MEDIA GmbH war sie bis 2015 Redakteurin des Magazins „FINANCE“ und verantwortete zudem redaktionell die Bereiche Recht und Compliance innerhalb von F.A.Z. BUSINESS MEDIA. Nach weiteren Stationen beim Deutschen Fachverlag und in einer insolvenzrechtlich ausgerichteten Kanzlei kehrte Sarah Döbeling im September 2017 in die F.A.Z.-Verlagsgruppe zurück und leitet seitdem die Redaktion der Zeitung „Der Neue Kämmerer“.