Die kommunalen Aktionäre von RWE wollen künftig mit einer Stimme sprechen. Dazu hat der Verband Kommunaler Aktionäre (VKA) RWE Westfalen beschlossen, sich zum 30. Juni 2021 aufzulösen und seine Gesellschafter gleichzeitig gebeten, Anteile an der VKA Rheinland in Essen zu kaufen, erklärt Wolfgang Kirsch, Geschäftsführer der VKA Westfalen, auf Nachfrage von DNK.
„Wir versprechen uns durch das Zusammengehen eine noch bessere Vertretung der kommunalen Aktionäre gegenüber RWE, die wir auf dem Weg in ein grünes Unternehmen nachdrücklich unterstützen wollen“, sagt Kirsch. 19 Gesellschafter der VKA Westfalen hätten bis zum Beginn dieser Woche bereits ihre Anteile an der VKA Rheinland gekauft.
Dortmunds OBM wird Vorsitzender des Verwaltungsrates
Die neue Verbandsstruktur zieht auch Wechsel an der Führungsspitze nach sich. Zum 1. Juli wird Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, neuer Vorsitzender des Verwaltungsrates und der Gesellschafterversammlung werden. Die Position des Geschäftsführers nimmt Udo Mager, ehemaliger Geschäftsführer des Airport Dortmund, ein. Für rund ein halbes Jahr wird er dieses Amt zusammen mit dem derzeitigen Geschäftsführer der VKA Rheinland, Peter Ottman, ausüben. Für Ottmann sucht der Verband derzeit noch einen Nachfolger.
Zwischen beiden Verbänden der kommunalen Aktionäre ist laut Kirsch vereinbart worden, dass weder die Altgesellschafter noch die neuen Gesellschafter die Gesellschaft dominieren. So wechsele künftig der Vorsitzende regelmäßig zwischen den Alt- und den Neugesellschaftern.
Kommunen sind Ankeraktionär
Seit rund 20 Jahren gibt es die beiden Aktionärsverbände des Energieversorgers. Sie sind aus dem Zusammenschluss im Jahr 2000 von RWE in Essen und dem westfälischen Energieversorger VEW aus Westfalen erwachsen. Mit dieser Zweiteilung der kommunalen Aktionäre soll jetzt Schluss sein.
Insgesamt halten laut Informationen der VKA Westfalen Städte, Gemeinde, Kreise und Stadtwerke rund 23 Prozent aller RWE-Aktien. Davon entfallen circa 8 Prozent auf den Verband in Westfalen und 15 Prozent auf den im Rheinland. Die kommunalen Aktionärsverbände sehen sich daher als Ankeraktionär von RWE.
Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.

