Haben die operative Phase der der Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck eingeleitet: Geschäftsführer Christoph Maier und Landrat Thomas Karmasin (v.l.).

Landratsamt Fürstenfeldbruck

30.04.21
Beteiligungsmanagement

Günstige Mieten durch interkommunale Zusammenarbeit

Die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck nimmt ihre Arbeit auf. Die beteiligten Kommunen wollen in der Metropolregion München bezahlbaren Wohnraum schaffen. Hierfür bereitet die Kämmerei des Kreises die Einbringung von Grundstücken vor.

Die Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Fürstenfeldbruck GmbH geht in die operative Phase. Entsprechende Pläne haben Landrat Thomas Karmasin und der ehrenamtliche Geschäftsführer Christoph Maier vergangene Woche bei einer Pressekonferenz vorgestellt. 

Demnach bereitet die Kämmerei des Landkreises zur Zeit die Einbringung von vier Grundstücken in die interkommunale Gesellschaft vor. Im Sommer soll der Kreistag den Grundsatzbeschluss hierfür fällen, die Umsetzung ist ab 2022 geplant. Zudem haben acht der Kommunen Areale ins Gespräch gebracht, auf denen künftig bezahlbarer Wohnraum entstehen könnte. 

Bezahlbare Wohnungen in der Metropolregion

Der Landkreis Fürstenfeldbruck liegt in der Metropolregion München, die in Studien immer wieder als teuerste Mietregion Deutschlands abschneidet. 2019 haben deshalb 17 Kommunen als Gesellschafter, darunter der Landkreis selber, die Wohnungsbaugesellschaft ins Leben gerufen.

Ihr Ziel ist, bezahlbare Wohnungen zu schaffen, deren Miete nicht mehr als ein Viertel des Nettoeinkommens einer Familie kostet. Das will die Wohnungsbaugesellschaft erreichen, indem sie auf günstigen Grunderwerb sowie flächensparende Grundrisse setzt und Planungs- sowie Baukosten verbessert.

„Die Gesellschaft soll nach dem Umsetzungskonzept ausgerichtet werden, auf die vollständige Übernahme der Planungs-, Bau- und Verwaltungsfunktion“, erläutert eine Sprecherin der Gesellschaft auf DNK-Nachfrage. 

Einkommensorientierte Förderung

Für die Kommunen kommen dabei zwei Fördermodelle infrage. Mit der Einkommensorientierten Förderung (EOF) können sie ihre Grundstücke in die Wohnungsbaugesellschaft einbringen. Diese führt den Wohnungsbau dann als Projektbetreiber aus, wodurch die Kommunen ihre finanzielle Verantwortung abgeben. „Der wesentliche Vorteil für die Kommune besteht darin, dass die Projekte außerhalb des Haushaltes realisiert werden“, so die Sprecherin.

Konkret fördert der Freistaat Bayern bis zu 300 Euro der Kosten pro Quadratmeter entstehender Wohnfläche. Gleichzeitig bekommen die Kommunen zinsvergünstige Darlehen. „Die Differenz zwischen der im EOF höchstzulässigen Miete und der zumutbaren Miete wird dann beim Mieter als Subjektförderung ausgeglichen, kommt aber nicht dem Projektträger zu Gute“, erläutert die Sprecherin.

Kommunales Wohnungsförderprogramm

Das zweite Fördermodell ist das kommunale Wohnungsförderprogramm des Freistaates Bayern (KommWFP). Hierbei beauftragen die Kommunen die Gesellschaft mit der Abwicklung und Verwaltung der Einheiten, bleiben aber selber Eigentümer.

Die Förderung besteht aus einem direkten Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der förderfähigen Kosten und einem zinsverbilligten Darlehen. „Einen 10 prozentigen Eigenanteil müssen die Gemeinden selbst leisten, dieser kann auch in einem bereits im Eigentum der Gemeinde befindlichen Grundstück bestehen“, so die Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft. Die Projekte tauchen in diesem Fall zwar in den Haushalten auf, die Förderung ist allerdings höher als beim EOF.

a.jarchau(*)derneuekaemmerer(.)de

Kommunale Gesellschafter der Wohnungsbaugesellschaft sind: Adelshofen, Alling, Althegnenberg, Egenhofen, Emmering, Gröbenzell, Hattenhofen, Landsberied, Maisach, Mammendorf, Mittelstetten, Schöngeising, Türkenfeld, Fürstenfeldbruck, Germering und der Landkreis Fürstenfeldbruck. Die Stadt Puchheim wird von einer städtischen Wohnraumentwicklungsgesellschaft vertreten.