MVV Energie gehört bald zu 45,1 Prozent dem australischen Infrastrukturfonds First State.

MVV Energie

26.03.20
Beteiligungsmanagement

MVV Energie hat offenbar einen Käufer gefunden

Deutschlands einziger börsennotierter kommunaler Versorger MVV hat einen Käufer gefunden. Es handelt sich um einen australischen Infrastrukturfonds.

Der Mannheimer Energieversorger MVV Energie hat offenbar einen Käufer gefunden. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, wird der australische Infrastrukturinvestor First State neuer Großaktionär des einzigen börsennotierten kommunalen Versorgers in Deutschland. 

First State hat seinen Ursprung in Australien und verwaltet ein Vermögen von gut 150 Milliarden Euro. Der Investor ist auch in Europa aktiv, in Deutschland gehört unter anderem die Ferngas Netzgesellschaft zum Portfolio, und gilt als langfristig orientiert. Die Australier sollen dem Vernehmen nach einen Anteil von 45,1 Prozent an MVV übernehmen, das Aktienpaket hat einen Wert von etwa 750 Millionen Euro. Die Stadt Mannheim bleibt somit weiter Mehrheitseigner von MVV.

ENBW und Rheinenergie verkaufen MVV-Anteile

MVV hatte zuvor bekanntgegeben, dass die bisherigen Großaktionäre ENBW und Rheinenergie einen Käufer für ihre Anteile gefunden hätten. Einen Namen nannte das Unternehmen indes zunächst nicht, auch ein Sprecher des Unternehmens lehnte einen Kommentar ab. 

MVV Energie ist der einzige börsennotierte kommunale Versorger in Deutschland, beschäftigt 6.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen bereinigten Umsatz ohne Energiesteuern von 3,7 Milliarden Euro. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Unstimmigkeiten mit den Aktionären gegeben – vor allem mit ENBW. 

Die Karlsruher hatten ihre Anteile in Etappen gegen den Willen des MVV-Management aufgestockt und sich 2017 eine Sperrminorität gesichert. Ende vergangenen Jahres einigten sich ENBW und MVV letztlich, dass der Großaktionär seine Anteile zum Verkauf anbietet.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de

Bleiben Sie bei den wichtigen kommunalen Töchtern auf dem Laufenden mit der DNK-Seite Stadtwerke.