Der Frankfurter Versorger Mainova ist einer der Konzerne, der sich juristisch gegen das Tauschgeschäft von Eon und RWE wehrt.

Mainova

29.05.20
Beteiligungsmanagement

Stadtwerke-Verbund ficht Eon/RWE-Deal am EuG an

Zahlreiche kommunale Unternehmen wehren sich am Gericht der Europäischen Union gegen das Tauschgeschäft von Eon und RWE. Sie fürchten eine marktbeherrschende Stellung der Energieriesen.

Elf deutsche Stadtwerke und Versorger wollen den Deal zwischen den Energiekonzernen Eon und RWE doch noch vereiteln. Das Bündnis wendet sich dafür an das Gericht der Europäischen Union (EuG), wie aus einer gemeinsamen Stellungnahme hervorgeht. Mit der Fusion werde „der ohnehin fragile Wettbewerb in der Erzeugung erheblich eingeschränkt“, begründen sie den Schritt.

Im März 2018 hatten RWE und Eon ihre Absicht bekanntgegeben, sich neu auszurichten. Durch eine Reihe von Geschäften sollen sich die Stromerzeugung und der Großhandel bei RWE und das Netz- und Endkundenvertriebsgeschäft – inklusive des Elektrostromkonzerns Innogy – bei Eon konzentrieren. Mit einer Nichtigkeitsklage fechten die kommunalen Unternehmen nun die Entscheidung der EU-Kommission an, die im September 2019 grünes Licht für das Tauschgeschäft der Energieriesen gegeben hatte.

Kommunen wehren sich gegen RWE/Eon-Deal

Aus Sicht der Kläger hat die EU-Kommission den Weg frei für „zwei nationale Champions zu Lasten des Mittelstandes“ gemacht. Zugleich annulliere sie „die Liberalisierung des Energiemarktes und den dort geschaffenen Wettbewerb“. Beide dominierten jeweils „ihren“ Teil der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungsstufen zu Lasten des Wettbewerbs.

Die Klagepartner werfen der EU-Kommission vor, die Bedenken von Marktteilnehmern gegenüber des Tauschgeschäfts nicht ausreichend abgewogen zu haben und sogar auf wirksame Auflagen zum Schutz der Kunden und des Wettbewerbs verzichtet zu haben. Daher habe man sich entschieden, das EuG einzuschalten.

Bei den Klägern handelt es sich um die Energieversorger Eins Energie in Sachsen, die Hannoveraner Enercity, die Energieverbund Dresden, die hessische GGEW, die Naturstrom AG mit Sitz in Düsseldorf sowie die Thüringer Energie AG. Hinzu kommen die Stadtwerke in Frankfurt am Main, Halle an der Saale, Hameln und Leipzig. Mainova, eine Beteiligung der Frankfurter Stadtwerke, hatte schon im September 2019 angekündigt, gegen den M&A-Deal vorgehen zu wollen.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de