Doppik-Einführung in Baden-Württemberg

02.11.16 12:20

Baden-Württemberg: Umstellung auf Doppik kommt nicht voran

Von Ariane Mohl

Die große Mehrheit der Kommunen in Baden-Württemberg hat noch nicht auf die Doppik umgestellt. Dieses Festhalten an der Kameralistik kann fatale Folgen haben, warnt der Vize-Chef der Gemeindeprüfanstalt.

Die Umstellung der kommunalen Haushalte auf die doppelte Buchführung kommt nicht voran. Lediglich 15 Prozent der Kommunen im Ländle hätten den Wechsel von der Kameralistik zur Doppik inzwischen erfolgreich gemeistert, sagte Markus Günther, Vizepräsident der Gemeindeprüfanstalt (GPA), der Schwäbischen Zeitung. Er glaube nicht, dass alle Kommunen es noch rechtzeitig bis zum Fristende am 1. Januar 2020 schaffen werden, auf die Doppik umzustellen. Dazu sei der zeitliche Aufwand viel zu groß. Mit zwei bis drei Jahren sollte eine Kommune rechnen, so der GPA-Vizepräsident.

 

Nach Günthers Angaben haben alle neun Stadtkreise im Land bereits das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen eingeführt, von den 35 Landkreisen fehlten noch etwa sechs. Bei 85 Prozent der Städte und Gemeinden komme die Umstellung jedoch nicht voran.

 

 

Die Folge: Die betroffenen Kommunen könnten keinen rechtssicheren Haushalt aufstellen und müssten sich ihre Investitionen von der Rechtsaufsicht genehmigen lassen. „Jetzt wird es langsam eng“, warnt Günther.

 

a.mohl@derneuekaemmerer.de