Selbstfahrende Autos werden künftig wohl zum Bild einer Großstadt gehören.

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17.12.19
Prozessmanagement & IT

Automatisiertes Fahren spaltet Stadtbevölkerung

Viele Menschen sehen Busse ohne Busfahrer noch skeptisch. Für Kämmerer könnte der Trend hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen jedoch ökonomische Vorteile bringen.

Automatisiertes Fahren ist einer der großen Trends für die kommenden Jahre. Ist der potentielle Nutzen für den öffentlichen Nahverkehr unbestritten, zeigen sich die Stadtbewohner zu großen Teilen noch skeptisch. Das hat eine Umfrage unter 1.004 Personen ergeben, die der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zum Thema „Smart City“ durchgeführt hat.

Zwar glauben 49 Prozent der Befragten, dass selbstfahrende Fahrzeuge in Zukunft zum städtischen Alltag gehören werden. Fast genauso viele (46 Prozent) sind indes der Meinung, das werde nicht der Fall sein.

Auffallend ist die Diskrepanz zwischen Jung und Alt. 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind von automatisierten Fahrzeugen für die Stadt überzeugt, aber nur 41 Prozent der über 60-Jährigen.

Autonom fahrende Busse werden kritisch gesehen

Gerade beim öffentlichen Nahverkehr zeigen sich die Studienteilnehmer fast durchweg skeptisch. Mehr als zwei Drittel lehnen einen fahrerlosen Betrieb von Bus und Bahn ab. Jüngere Befragte zeigen sich zwar offener, aber auch hier findet die Hälfte einen Bus ohne Busfahrer nicht erstrebenswert. 

Speziell im öffentlichen Nahverkehr sieht der VDI in Bezug auf Autonomen Fahren erhebliches Potential. Durch sinkende Personalkosten könnten Kämmerern ökonomische Vorteile entstehen, schreiben die Studienautoren. Dadurch ließen sich künftig erhebliche finanzielle Reinvestitionen tätigen, die zum Beispiel zu einer Steigerung der Servicequalität, einem größeren Angebot oder aber zu einer Umschichtung bei den Finanzierungsquellen des ÖPNV führen könnten, heißt es in dem Bericht.

Sind selbstfahrende Autos bald alltagstauglich?

Die Befragten sind insbesondere beim Thema Sicherheit selbstfahrender Vehikel skeptisch. Vier von fünf Befragten stimmten der Aussage zu, dass selbstfahrende Fahrzeuge Ziel von Hackerangriffen sein könnten. Diese Angst ist über alle Altersgruppen in etwa gleich verteilt. Gleichzeitig schätzt nur wtwas mehr als die Hälfte, dass die Sicherheit im Straßenverkehr durch die neuen Technologien erhöht wird.

Die Studienautoren sehen die durch selbstfahrende Fahrzeuge entstehende Sicherheitsaspekte in der Bevölkerung als unterbewertet an. So werden neun von zehn Unfällen durch menschliches Fehlverhalten verursachen. Fahrassistenzsysteme könnten die Unfallzahlen daher deutlich reduzieren, argumentieren sie.

Kommunen und Städte sollten nun die vorhandenen Ressentiments in der Bevölkerung abbauen. Denn eine grundsätzliche Offenheit gegenüber der neuen Technologie lässt sich bereits ablesen, obwohl noch kaum ein selbstfahrendes Auto auf deutschen Straßen unterwegs ist. Immerhin kann sich fast die Hälfte der Befragten vorstellen, ein autonomes Fahrzeug zu nutzen. Dieser Wert dürfte steigen, sofern sich die neuen Technologien als alltagstauglich erweisen.

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de