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05.02.19
Prozessmanagement & IT

E-Government: Bürger ärgern sich über Inkonsequenz

Die digitale Verwaltung bringt aus Sicht der Bürger viele Vorteile mit sich. Aber umständliches Verwaltungsdeutsch und Verfahren mit Medienbrüchen sind vielen Nutzern ein Ärgernis, zeigt eine aktuelle Studie.

Viele Bürge finden Online-Angebote der öffentlichen Verwaltung immer noch zu kompliziert. 41 Prozent der Bürger in Deutschland wünschen sich sprachliche Vereinfachungen, etwa indem auf Fachausdrücke  verzichtet wird. Das ist das Ergebnis der Studie „European Digital Government Barometer 2018“, für die 5.000 Personen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und Spanien von IPSOS im Auftrag von Sopra Steria befragt wurden.

Demnach fordern 37 Prozent der Bürger in Deutschland eine durchgängige, medienbruchfreie Abwicklung von E-Government-Prozessen. Wer zum Beispiel online den Antrag auf Kindergeld ausfüllt, möchte diesen nicht anschließend ausdrucken und per Post an die Verwaltung schicken müssen.

Mehr als jeder Dritte Befragte in Deutschland (36 Prozent) spricht sich zudem für einen zentralen Zugang zu allen wichtigen Informationen und Behördendienstleistungen aus – eine Herangehensweise, die auch dem Portalverbund zugrunde liegt (vgl. dazu das Interview mit Staatssekretär Klaus Vitt in DNK 4/2018).

Generell fordert eine Mehrheit der Bürger in allen befragten Ländern „ihre“ Verwaltungen auf, mehr E-Government-Angebote bereitzustellen. 60 Prozent der Befragten in Deutschland erwarten, dass sie Zeit sparen, wenn sie nicht mehr für jeden Behördengang persönlich in der Verwaltung vorsprechen müssen. 52 Prozent gehen davon aus, dass aus der Digitalisierung auch Vorteile für die Verwaltung erwachsen: Die Mitarbeiter würden entlastet und ihre Arbeit effizienter erledigen können. 43 Prozent glauben, dass der Ausbau der digitalen Verwaltung somit auch die öffentlichen Haushalte entlastet.

Die Studie gibt zudem Auskunft darüber, welche Verwaltungsvorgänge den Bürgern aktuell besonders kompliziert erscheinen. Verbesserte Online-Prozesse wünschen sich 57 Prozent der Deutschen demnach bei Anträgen für Ausweispapiere. Luft nach oben sehen viele Bürger zudem bei der Einkommensteuererklärung (37 Prozent), der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen (32 Prozent) sowie der Suche nach einem neuen Job bzw. dem Thema Arbeitslosigkeit (32 Prozent).

a.mohl(*)derneuekaemmerer(.)de

 

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