Die Bedrohung durch Cyberangriffe wächst auch für Kommunen. Hacker könnten bald auch auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen.

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22.10.19
Prozessmanagement & IT

Kommunen müssen sich auf professionellere Hacker einstellen

Die Gefahr durch Hackerangriffe nimmt für Kommunen weiter zu. Die Angriffsmaschen der Kriminellen könnten in den kommenden Monaten noch ausgefeilter werden, warnt nun das BSI.

Cyberangriffe sind eine wachsende Bedrohung für Kämmerer und ihre Kommunen. Das geht aus dem Bericht zur Lage der IT-Sicherheit 2019 hervor, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nun vorgestellt hat. In dem beobachteten Zeitraum von Juni 2018 bis Mai 2019 habe die Cyberschutz-Behörde vor allem sogenannte Ransomware-Angriffe verzeichnet.

Dabei verschlüsseln Hacker die Systeme von Behörden oder Unternehmen und erpressen in der Folge ein Lösegeld, weshalb diese Art Angriff auch als Erpressungstrojaner bekannt ist. Besonders gefährlich war in den vergangenen Monaten die Schadsoftware „Emotet“, die seit Jahren in immer neuen Variationen auftaucht.

Ransomware-Angriffe treffen auch Kommunen. So kam es laut BSI zu erheblichen Beeinträchtigungen des Gemeinwesens. Mehrere Krankenhäuser und kommunale Einrichtungen wie Stadtverwaltungen wurden in den vergangenen Monaten Opfer von Hackerattacken. Vor wenigen Wochen griffen Hacker die Stadtverwaltung Neustadt am Rübenberge (nahe Hannover) mittels eines Trojaners an. In Bayern gab es allein im Oktober 2019 bislang über 500 Hackerattacken auf dort ansässige Behörden.

BSI registriert 114 Millionen neue Schadprogramme

Die Aktivität der Cyberkriminellen erstreckt sich freilich über Kommunen hinaus. Insgesamt verzeichnete das BSI im Berichtszeitraum deutschlandweit rund 114 Millionen neue Schadprogramm-Varianten, beobachtete sogenannte DDoS-Angriffe (Distributed Denial-of-Service) mit bis zu 300 Gigabit pro Sekunde Angriffsbandbreite und registrierte in deutschen Systemen bis zu 110.000 Bot-Infektionen täglich. Besonders beliebte Angriffspunkte sind demnach mobile Endgeräte sowie Geräte des Internets der Dinge. „Wir müssen als Gesellschaft begreifen, dass unsere digitalisierte Zukunft untrennbar mit der konsequenten Umsetzung von IT-Sicherheit verbunden ist“, kommentiert Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) die Ergebnisse des BSI-Reports.

Zeit zum Durchatmen bleibt für Kämmerer und Kommunen nicht: Eine Entspannung der Lage ist laut BSI-Chef Arne Schönbohm kaum zu erwarten. Denn die Hacker rüsten weiter auf und professionalisieren sich. Künftig könnten Hacker bei ihren Attacken auf Künstliche Intelligenz setzen, prognostiziert Schönbohm. Dadurch würde sich der Aufwand pro Attacke für die Kriminellen nochmal reduzieren.

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