In Berlin hat sich eine neue Blockchain-Initiative gebildet: Govdigital will die Technologie in Kommunen etablieren.

shilh/iStock/Getty Images

16.12.19
Prozessmanagement & IT

Neue Blockchain-Genossenschaft geht an den Start

In Berlin haben sich zehn Partner zu einer Blockchain-Genossenschaft für Kommunen zusammengefunden. Sie wollen die Entwicklung von Blockchain und Co. für die öffentliche Hand vorantreiben.

Zehn Konsortialpartner haben in Berlin den Start der neuen Blockchain-Genossenschaft „Govdigital“ bekanntgegeben. Die öffentlichen IT-Dienstleister möchten mit diesem Schritt die Blockchain- und weitere neue Technologien für die öffentliche Hand vorantreiben und eine bundesweite Netzwerkinfrastruktur für Anwendungen schaffen, hieß es in einer Mitteilung.

Ein Fokus werde absehbar darin liegen, das Potenzial der Blockchain, die auf der sogenannten „Distributed Ledger Technology“ basiert, für die Zusammenarbeit von Verwaltungs- und Identifikationsvorgängen auszuloten. Ziel ist es, notwendige Infrastrukturen wie Server und Datenbanken in zertifizierten Rechenzentren zur Verfügung zu stellen und zu betreiben.

Die Gründer von Govdigital sehen einen guten Zeitpunkt für den Start der Genossenschaft, da die Bundesregierung mit ihrer jüngst beschlossenen „Blockchain-Strategie“ explizit digitalisierte Verwaltungsdienstleistungen ins Visier genommen hat. Als praktische Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain nennt Govdigital die Validierung von Zeugnissen und Führerscheinen, Nachbarschaftsstrom-Verträgen oder rechtssichere Nachweise von Entsorgungswegen.

Dataport und Köln gehören zu den Gründern

Dazu ist die Genossenschaft darauf ausgerichtet, verschiedene Services bereitzustellen. Das kann „Blockchain as a Service“ (BaaS) sein, ebenso wie die Durchführung von Transaktionen (Validierung) oder die Nutzung der Blockchain-Infrastruktur „Blockchain- Infrastruktur as a Service“ (BIaaS) für den Betrieb von Apps.

„Die Digitalisierung wird den öffentlichen Sektor weiter verändern.“

Torsten Koß, Govdigital-Vorstand

Gründungsmitglieder der Genossenschaft sind die kommunalen IT-Dienstleister AKDB, Dataport, KDO und Ekom21, die Bundesdruckerei, der IT-Sicherheitsspezialist Governikus, die Stadt Köln, das kommunale Rechenzentrum Lemgo, der Rechenzentrenbetreiber Regio iT und der kommunale Zweckverband Südwestfalen-IT.

Govdigital geht es aber nicht nur um die Blockchain, der Ansatz soll breiter und technologieoffen sein: „Ich bin davon überzeugt, dass die Digitalisierung und hier insbesondere die Künstliche Intelligenz den öffentlichen Sektor weiter verändern wird“, sagt Torsten Koß, Govdigital-Vorstand sowie Vorstand des Gründungsmitglieds Dataport. Die Chance bestünde darin, „dass wir diese Veränderungen gemeinsam gestalten können. Wenn wir das nicht tun, dann gestaltet Digitalisierung uns.“

j.eich(*)derneuekaemmerer(.)de

Die Kommunen müssen sich auf die Digitalisierung ihrer Prozesse einstellen. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit der DNK-Themenseite Digitale Verwaltung.