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09.09.19
Prozessmanagement & IT

Onlinezugangsgesetz: Kommunen sehen Nachholbedarf

Viele Mitarbeiter in den kommunalen Verwaltungen sind offenbar unzufrieden mit der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Laut einer aktuellen Umfrage wünschen sie sich bei der Digitalisierung der Kommunen mehr Unterstützung und Transparenz.

Die Verwaltungsmitarbeiter in Deutschland sehen Nachholbedarf bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in ihren Kommunen. Das zeigt eine Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint. An der Online-Befragung haben im August 2019 kommunale Vertreter aus neun Bundesländern teilgenommen.

Das OZG, das 2017 in Kraft trat, sieht die Digitalisierung sämtlicher Verwaltungsleistungen für Bürger bis zum Jahr 2022 vor. Doch knapp ein Viertel der Befragten gibt laut Umfrageergebnis an, dass sich in der eigenen Kommune nur wenig um die Umsetzung des Gesetzes gekümmert wird. Hinzu kommt, dass 42 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die Bedeutung des OZG für die bürgerfreundliche Gestaltung der Kommune als „gering“ oder „eher gering“ empfinden.

Personal bleibt bei Digitalisierung außen vor

Als größte Herausforderungen bei der Umsetzung sehen die Verwaltungsmitarbeiter die Anpassung der bestehenden Prozesse und Organisationen (81 Prozent), das Budget (45 Prozent) sowie die Mitarbeitermotivation und Verfügbarkeit von IT-Lösungen und IT-Infrastruktur (jeweils 42 Prozent). Vor allem das Personal scheint oft außen vor zu bleiben: 77 Prozent der Befragten geben an, dass das Personalmanagement kein Arbeitsschwerpunkt ihrer Kommune bei der Umsetzung des OZG sei.

Auch was die konkreten Anforderungen an die eigene Kommune durch das Onlinezugangsgesetz angeht, herrscht laut den Autoren der Studie offenbar unter vielen Verwaltungsmitarbeitern Unwissenheit. Etwa die Hälfte der Befragten weiß demnach nicht, was durch die Umsetzung des OZG auf die Kommune zukommt. Darüber hinaus fühlen sich viele Kommunen im Stich gelassen: 55 Prozent geben an, dass ihre Kommune sich nicht ausreichend in die Landes- und Bundesaktivitäten einbezogen fühlt. Nur 16 Prozent glauben, dass sie mit ihrem aktuellen IT-Dienstleister gut auf die Umsetzung des OZG eingestellt sind.

Kommunen wünschen sich mehr Transparenz

Laut der Umfrage wünschen sich die Kommunen von ihren zuständigen Landesverwaltungen vor allem klare und verbindliche Absprachen, verlässliche Zusagen, klare Zuständigkeiten und Standardisierungen. So gaben 65 Prozent der Umfrageteilnehmer der Studie zufolge an, dass sie sich Software-as-a-Service-Angebote vom Bund, der FITKO (Föderale IT-Kooperation) oder den Federführerländern wünschen. Ebenso auf der Wunschliste stehen mehr Transparenz, Open Source-Software sowie ein regelmäßiger Austausch und eine stärkere Vernetzung innerhalb der Landesverwaltung.

ak.meves(*)derneuekaemmerer(.)de

In der kommenden DNK-Printausgabe, die am 20. September erscheint, spricht Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Normenkontrollrats, im Interview über die Herausforderungen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes.