metamorworks/iStock/Thinkstock/Getty Images Plus

17.12.18
Prozessmanagement & IT

Smart City: Hamburg top, Stralsund flop

Wie digital sind Deutschlands Städte wirklich? Das hat eine neue Untersuchung mittels eines Scores errechnet. Besonders gut schneiden wenig überraschend die Metropolen ab – aber es gibt auch Ausnahmen.

Eine „Smart City“ wäre jede Kommune gerne – und der Begriff hat Hochkonjunktur. Allerdings muss er häufig vor allem zu Marketingzwecken herhalten; als echter Zukunftstrend wird „Smart City“ noch zu selten verstanden. Das ist eines der Kernergebnisse des „Digitalen Städteranking 2018“ von Haselhorst Associates, für das das Beratungsunternehmen den Umsetzungsstatus von allen 394 deutschen Städten und Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern ermittelt hat.

Hamburg ist Smart-City-Spitzenreiter

Der finale Digitalisierungsscore drückt für acht Bereiche der Daseinsvorsorge aus, inwiefern eine Kommune zum einen ihren individuellen Bedarf deckt und zum anderen generell das Potential von Smart-City-Lösungen ausschöpft. Untersucht wurden die Bereiche Smart Energy & Environment; Smart Mobility; Smart Home, Smart Building & Security; Smart Health; Smart Government; Smart Education; Basis (CDO, Organisation, Strategisches Konzept) und Digital Infrastructure. Die Auswertung basiert sowohl auf quantitativen Analysen von Datensätzen amtlicher Statistiken, als auch auf qualitativen Untersuchungen bestehender Konzepte und Maßnahmen.

Spitzenreiter des Gesamtrankings ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Sie landet mit einem Score von 38 Prozent knapp vor der bayerischen Landeshauptstadt München (37 Prozent) und der drittplatzierten Domstadt Köln (32 Prozent). Auch auf den weiteren Plätzen der Top 10 finden sich ausschließlich Großstädte: Es folgen Bonn und Darmstadt (jeweils 28 Prozent), Berlin, Wolfsburg und Düsseldorf (jeweils 27) sowie Dortmund mit 26 Prozent und Dresden mit einem Digitalisierungsscore von 24 Prozent.

Auch kleinere Städte punkten

Insgesamt 95 Kommunen kommen dagegen auf einen Score von gerade einmal 1 Prozent, darunter etwa die Städte Wetzlar, Castrop-Rauxel und Unna. Aber auch die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz erreicht nur einen mageren Digitalisierungsgrad von 2 Prozent. Die Schlusslichter des Gesamtrankings bilden Kirchheim unter Teck, Ostfildern, Bietigheim-Bissingen, Herrenberg und Stralsund.

„Die Großzahl deutscher Kleinstädte beschäftigen sich nur sehr wenig mit Smart City“, bilanzieren die Autoren. Allerdings zeigt das Ranking, dass auch mittlere Städte unterhalb der 100.000-Einwohnergrenze mitunter für einzelne Bereiche eine Vorreiterrolle einnehmen: So ist zum Beispiel Zwickau bundesweit Spitze im Segment Smart Government, und Norderstedt führt das „Digital Infrastructure“-Ranking an.

Ein weiter Weg

Dennoch: Insgesamt haben Deutschlands Städte und Gemeinden noch einen weiten Weg vor sich, Smart City steckt nach Einschätzung der Autoren landauf, landab noch in den Kinderschuhen – wie auch die in absoluten Zahlen geringen Scores der Spitzenreiter zeigen: „Keine Stadt ist bisher über Testprojekte im größeren Stil hinausgekommen“, heißt es in der Gesamtschau.

s.nitsche(*)derneuekaemmerer(.)de

Mehr dazu finden Sie auf unserer Themenseite Digitale Verwaltung.