iLexx/iStock/Thinkstock/Getty Images

Das Konzept einer Smart City ist auch vielen WLAN- und App-Nutzern noch unbekannt, zeigt eine aktuelle Studie.

Ausbaufähige Smart City

01.10.18 21:41

Studie: WLAN ist das meistgenutzte Smart City-Angebot

Von Anne-Kathrin Meves

Die große Mehrheit der Stadtbevölkerung nutzt zwar Smart City-Angebote. Doch nur wenige tun dies bewusst, zeigt eine aktuelle Studie. Kommunen schöpfen das Potential noch lange nicht aus.

Etwa Zweidrittel der Stadtbevölkerung in Deutschland nutzt Smart City-Angebote. Das zeigt der Smart City Monitor 2018, eine Studie des Marktforschungsinstituts Splendid Research zur Nutzung von Angeboten rund um das Thema intelligente Stadt. Insgesamt 1.522 Bewohner deutscher Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern haben an der Onlinebefragung in diesem Juli teilgenommen.

Allerdings nutzt laut Studienergebnis bislang der Großteil der Städter die Angebote „eher unbewusst“. Viele Menschen würden öffentliches WLAN schlicht nicht als Angebot einer Smart City wahrnehmen. So gaben lediglich 17 Prozent der Befragten an, dass sie das Konzept, das sich hinter einer intelligenten Stadt verbirgt, kennen würden.

Städter nutzen öffentliches WLAN

Dennoch ist das WLAN das am häufigsten nachgefragte Angebot. 60 Prozent der Stadtbevölkerung gab an, es zu nutzen. Auf Platz zwei mit rund 38 Prozent folgen Apps des öffentlichen Nahverkehrs. Knapp dahinter rangieren Apps der jeweiligen Städte.

Ebenfalls gefragt sind E-Government-Angebote. So sagten 19 Prozent der Studienteilnehmer, dass sie diese nutzen würden. Weiter hinten auf der Beliebtheitsskala rangieren Mobilitätsdienste wie Car-Sharing, Leihfahrräder oder ausleihbare Roller. Das hat auch die Studienautoren überrascht. „Da hätten wir einen höheren Wert erwartet, insbesondere im Hinblick auf Car-Sharing und Umweltschutz“, sagt Studienleiterin Marielle Lauschke.

Mehrheit wünscht sich E-Government-Angebote

Mit Blick auf die Zukunft wünscht sich die große Mehrheit die Möglichkeit Behördengänge online erledigen zu können. Für 86 Prozent der Befragten sind E-Government-Angebote demnach erstrebenswert. Ein ebenfalls interessantes Smart City-Szenario ist das Thema Smart Waste. Sensoren, die den Füllstand der Abfalleimer an die Stadtreinigung melden, halten 65 Prozent der Stadtbevölkerung für erstrebenswert.

Neben dem Löwenanteil der unbewussten Nutzer gibt es auch diejenigen, die Smart City-Angebote ablehnen. Gefragt nach den Gründen hierfür gibt etwas mehr als die Hälfte der Ablehner an, dass sich der Mensch zu sehr auf Maschinen verlassen würde. Direkt dahinter rangiert die Befürchtung, dass personenbezogene Daten gesammelt werden könnten.

ak.meves@derneuekaemmerer.de