Insolvenzverwalter informiert über Greensill Bank

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Auf der zweiten Gläubigerversammlung der Greensill Bank am 7. Juli in Bremen hat Insolvenzverwalter Michael Frege zusammen mit seinem Team von der Kanzlei CMS Hasche Sigle über den Stand des Insolvenzverfahrens informiert. „Das Insolvenzverfahren läuft planmäßig“, bestätigt eine Sprecherin von CMS auf Nachfrage von DNK.

Zwei Abschlagszahlungen im ersten Jahr

Nach einem Jahr Insolvenzverfahren – die erste Gläubigerversammlung fand im Juni 2021 in Bremen statt, DNK berichtete – konnten laut der Kanzlei bereits zwei Abschlagsverteilungen ermöglicht werden. Damit wird die gesetzliche Entschädigungseinrichtung, die private Anleger schützt, wieder aufgefüllt. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) übernimmt die Entschädigung für die privaten Banken in Deutschland. In der Regel sind Einlagen in Deutschland bis zu einer Höhe von 100.000 Euro gesetzlich geschützt.

Die Anlagen, die Kommunen bei der Greensill Bank tätigten sind hingegen Großteils nicht durch die Einlagensicherung abgedeckt. Weitere Details zur Insolvenzmasse und etwaigen Rückzahlungen, etwa an die betroffenen Kommunen, sind laut CMS spekulativ und können nicht gegeben werden. Insolvenzverfahren sind in Deutschland per Gesetz nicht öffentlich.

Aufarbeitung der Greensill-Pleite dürfte Jahre dauern

Generell sind laut Kanzlei internationale Bankeninsolvenzen sehr komplex, die Aufarbeitung dauere aus diesem Grund immer mehrere Jahre. Eine Dauer von zehn Jahren für ein solches Verfahren schätzt CMS als realistisch ein. Die Greensill Bank habe zudem Rechts- und Vermögenspositionen weltweit verstreut. Die Schwerpunkte liegen laut Kanzlei in England, den USA, Australien und Deutschland. Mehr als 80 Spezialisten aus den Bereichen des internationalen Finanzrechts und der Wirtschaftsprüfung seien in die „umfangreichen Recherchen und Verhandlungen“ involviert. Eine dritte Gläubigerversammlung werde es voraussichtlich Ende des kommenden Jahres geben.

ak.meves@derneuekaemmerer.de

Info

Die weiteren Entwicklungen rund um die Insolvenz der Greensill Bank und die Auswirkungen auf die betroffenen Kommunen finden Sie in unserem Greensill-Ticker.
Anne-Kathrin Meves

Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.