Die Stadt Radevormwald hat die Stadtwerke Radevormwald (SWR) rekommunalisiert. Mit dem Rückkauf der Anteile von Innogy ist die Kommune nun wieder 100-prozentige Anteilseignerin, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Über die Höhe des Kaufpreises machten die Vertragspartner keine Angaben.
„Die Übernahme aller Anteile durch die Stadt birgt Chancen und Risiken. Dessen sind sich alle bewusst“, sagen Bürgermeister Johannes Mans und Kämmerer Simon Woywod in der Mitteilung. Der noch recht neue Kämmerer sei in die finalen Entscheidungsschritte mit eingebunden gewesen.
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Stadt zog Change of Control-Klausel
Bisher hielt Radevormwald 50,1 Prozent der Anteile an den SWR, Innogy 49,9 Prozent. Durch die Aufspaltung von Innogy und einen geplanten Wechsel der Anteile zu Eon habe sich 2019 für die Stadt die Möglichkeit geboten, eine Change of Control-Klausel zu ziehen. Im Dezember 2019 fasste der Stadtrat den einstimmigen Beschluss zum Kauf der Innogy-Beteiligung.
Offiziellen Angaben zufolge herrscht bei den entscheidenden städtischen Gremien Konsens, die SWR jetzt in Eigenregie zu führen und vorerst keinen weiteren strategischen Partner zu suchen. Ausgeschlossen sei eine Kooperation in der „ferneren Zukunft“ allerdings nicht. Über die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums und auch die weitere Begleitung des jetzt stadteigenen Unternehmens soll die Stadtratssitzung im März entscheiden.
Anfänge der Stadtwerke reichen ins 19. Jahrhundert
1998 hatte die 22.000-Einwohnerstadt 49 Prozent ihrer Anteile an die RWE Energie verkauft, blieb aber Mehrheitseigentümer. Per Ratsbeschluss übertrug die Stadt im Jahr 2005 noch die städtischen Anteile der Bäder GmbH. Auch im Konzern des Radevormwalder Geschäftspartners gab es im Laufe der Jahre verschiedene Umstrukturierungen, zuletzt 2016, als die Anteile von RWE RWN auf die Innogy SE übergingen. Ursprünglich hatte Radevormwald die Stadtwerke 1893 als kommunales Gaswerk gegründet.
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Anne-Kathrin Meves ist Redakteurin der Zeitung „Der Neue Kämmerer“. Nach dem Studium der Anglistik, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften (M.A.) hat sie ein Volontariat beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt am Main absolviert. Danach wechselte sie 2011 als Redakteurin zu Frankfurt Business Media, dem FAZ Fachverlag. Zunächst schrieb sie dort für die Magazine „FINANCE“ und „Der Treasurer“. 2018 wechselte sie in das Redaktionsteam von „Der Neue Kämmerer“.


